62 Ausländer in Istanbul unter IS-Verdacht festgenommen

In Istanbul sind 62 Ausländer unter dem Verdacht festgenommen worden, Kontakte zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu haben. Die Verdächtigen wurden bei zwölf Razzien in acht Bezirken der türkischen Metropole gefasst, wie die Nachrichtenagentur Dogan am Freitag berichtete. Demnach werden sie verdächtigt, die Reisen von Kämpfern in Konfliktgebieten finanziert zu haben. In der Türkei gibt es fast täglich Razzien gegen mutmaßliche IS-Zellen.

Die IS-Miliz hat in den vergangenen Wochen im Irak und Syrien die letzten Städte unter ihrer Kontrolle verloren. Es wird befürchtet, dass sich nun ausländische IS-Kämpfer in die Türkei absetzen oder in ihre Heimatländer zurückkehren. Laut Dogan überquerten 800 IS-Kämpfer die Grenze von Syrien, doch nannte sie keinen Zeitraum. Das Innenministerium gab an, im November 634 IS-Verdächtige festgenommen zu haben.

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Freitag, die Türkei habe 50.000 "ausländische Kämpfer" gestoppt. Wo und wann, sagte er nicht. Zudem hätten die türkischen Behörden 5000 IS-Verdächtige gefasst. Die Türkei wurde seit 2015 von einer Reihe blutiger Anschläge getroffen, für die die IS-Miliz verantwortlich gemacht wurde. Zuletzt tötete ein IS-Attentäter in der Neujahrsnacht 39 Menschen in einem Istanbuler Nachtclub.