6. Runde Brexit-Verhandlungen - warten auf Fortschritte

Der erste Tag der sechsten Runde der Brexit-Verhandlungen in Brüssel stand im Zeichen der technischen Ebene. Die Verhandlungsführer Barnier und Davis werden am Abend zusammenkommen.

Die Zeit drängt, und Phase Zwei, also die Gespräche über das künftige bilaterale Verhältnis scheint in weiter Ferne.

Der Politologe Simon Usherwood von der Universität of Surrey gab Euronews seine Einschätzung der Lage:

“Es wäre wirklich besorgniserregend, wenn wir im Dezember nicht zur zweiten Phase kommen können, denn dann wird es frühestens im März geschehen. Das lässt uns nicht gerade viel Zeit, für die Diskussionen über die Übergangsregelungen, die ja wahrscheinlich kompliziert und politisch umstritten sein werden.”

Nach wie vor müssen die Verhandlungspartner zu drei Themen eine grundsätzliche Einigung erzielen, bevor es weiter gehen kann:

zu den Rechten von EU-Bürgern in Großbritannien und umgekehrt

zur Frage der Grenze zwischen der Republik Irland und der Provinz Nordirland

und zu den finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens

Der Brite Steven Laycock kam in den 80er Jahren nach Belgien. Er hat vor Kurzem die belgische Staatsbürgerschaft angenommen. Dennoch meint er, dass die Frage der Bürgerrechte längst hätte geklärt werden sollen.

Er sagte unserem Korrespondenten: “Ich hoffe, dass zumindest die gegenwärtigen Bürgerrechte bestätigt werden, dass die Bewegungsfreiheit fortbesteht, undsoweiter. Das muss jetzt schnellstens unter Dach und Fach.”

Unser Korrespondent Damon Embling meint: “Der Druck auf Premierministerin May wächst täglich, sie ist mit Krisen zuhause und in Brüssel konfrontiert. Auch 16 Monate nach dem Brexit-Referendum bleibt die Lage unübersichtlich. Aus britischen Delegationskreisen hörte ich allerdings, man sei zuversichtlich, auf dem EU-Gipfel im Dezember grünes Licht für die zweite Verhandlungsphase zu bekommen.”