6 Länder, in denen Bitcoin verboten ist

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Zum Jahreswechsel werden die Anleger mit ziemlicher Sicherheit auf 2017 als das „Jahr der Kryptowährung“ zurückblicken. Seit Beginn des Jahres stieg die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen von 17,7 Milliarden US-Dollar zumindest vorübergehend auf über 325 Milliarden US-Dollar. Das ist besser als eine Rendite von 1.700 % in etwa 11 Monaten, und es ist bezeichnend dafür, wie verbreitet der Optimismus bezüglich digitaler Währungen in diesem Jahr war.

Warum virtuelle Währungen so stark gestiegen sind

Erstens gibt es diejenigen, die sich über das Potenzial von Blockchain freuen — dem digitalen und dezentralen Speicherort, das virtuelle Währungstransaktionen sicher und effizient protokolliert, ohne dass ein “Mittelsmann” wie etwa eine Bank benötigt wird. Großkunden zeigen großes Interesse an der Blockchain. Da es sich fast ausschließlich um Open-Source-Netzwerke handelt, wäre eine Änderung der erfassten Daten praktisch unmöglich. Das macht die Blockchain besonders sicher.

Eine weitere Gruppe von Optimisten wird durch die Einführung der digitalen Währungen durch die Händler ermutigt. Eine Reihe von Markenunternehmen haben damit begonnen, Bitcoin — die größte virtuelle Währung nach Marktkapitalisierung — zu akzeptieren, wobei der Online-Händler Overstock.com seine Pforten gleich sechs beliebten Kryptowährungen öffnet. Man glaubt, dass wenn mehr Händler auf den Zug aufspringen, die virtuellen Währungen auch mehr Zulauf bekommen werden.

Schließlich können wir nicht gegen die Rolle argumentieren, die die Emotionen gespielt haben. Die Angst, große Gewinne zu verpassen, hat dazu geführt, dass immer wieder starke Käufe in Bitcoin und andere digitale Währungen getätigt wurden.

Sechs Länder, die gerade „Nein“ zu Bitcoin gesagt haben

Der Aufstieg von Bitcoin ging jedoch nicht ohne nennenswerte Probleme vonstatten. Weil Bitcoin nicht von einer Zentralbank oder Regierung unterstützt wird, ist es in bestimmten Ländern verpönt. Zum Beispiel verbot China Anfang dieses Jahres ICOs, die oft den Austausch von Bitcoins gegen neu ausgegebene virtuelle Währung beinhalten. Der Wirtschaftsriese kündigte auch die Schließung der heimischen Kryptowährungsbörsen an. China hat zwar Bitcoin nicht verboten, den Handel oder den Besitz von Bitcoin zu einer echten Herausforderung für seine Bürger gemacht — für Bankinstitute ist Bitcoin verboten.

Sechs weitere Länder haben Bitcoin jedoch gänzlich verboten:

  1. Bolivien: Bereits im Juni 2014 hat die bolivianische Zentralbank offiziell alle Währungen und Coins verboten, die nicht von der Regierung reguliert werden. In diese Liste wurde auch Bitcoin aufgenommen. Die Zentralbank Boliviens untersagte ihren Bürgern auch, Preise in jeder Währung zu benennen, die ihre nationalen Institutionen nicht vorher genehmigt haben.
  2. Ecuador: Kurz nachdem die bolivianische Zentralbank Bitcoin verboten hatte, tat dies auch Ecuador. Die ecuadorianische Nationalversammlung verbot Bitcoin und andere digitale Währungen, und legte gleichzeitig den Rahmen für die Schaffung einer neuen, staatlichen Währung fest. Mit anderen Worten, die Regierung hat die Erlaubnis, Zahlungen mit elektronischem Geld zu tätigen, aber andere digitale Währungen wie Bitcoin sind für ihre Bürger verboten.
  3. Kirgistan: Im Juli 2014 stellte die Nationalbank der Kirgisischen Republik klar, dass die Verwendung von Bitcoin oder einer beliebigen digitalen Währung als Zahlungsmittel illegal ist. Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel in Kirgistan ist das Som, die nationale Währung des Landes. Die Kirgisische Nationalbank zitierte, dass Bitcoins fehlende staatliche Unterstützung eine öffentliche oder private Regulierung fast unmöglich mache.
  4. Bangladesch: Auch Bangladesch verbot Bitcoin im September 2014. Die Zentralbank von Bangladesch nannte als Grund für das Verbot von Bitcoin das Fehlen eines zentralen Zahlungssystems, was ihrer Meinung nach die Menschen „finanziell schädigen“ würde. Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du in Bangladesch beim Handeln mit Bitcoin erwischt wirst, könnte dies zu rechtlichen Problemen unter dem Foreign Currency Control Act von 1947 und dem Money Laundering Control Act von 2012 führen.
  5. Nepal: Auch wenn es im ganzen Land nicht allzu bekannt ist, ist Bitcoin in Nepal illegal, so Kedar Prasad Acharya, der stellvertretende Direktor der Nepal Rastra Bank. Die nepalesische Regierung verbot Bitcoin, weil sie nicht in der Lage war, seine Transaktionen zu verfolgen, und sie ging sogar so weit, dass sie Personen festnahm, die im Verdacht standen, mit Bitcoin zu handeln.
  6. Marokko: Das jüngste Verbot, das ab November 2017 gilt, war in Marokko, was ironischerweise nur wenige Tage nach der Ankündigung des heimischen Anbieters von digitalen Diensten MTDS kam, Bitcoin zum ersten Mal als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die marokkanische Zentralbank nannte wie die anderen Länder zuvor „ein verstecktes Zahlungssystem, das von keinem Finanzinstitut unterstützt wird“ als Begründung für das Verbot von Bitcoin und anderen digitalen Währungen.

Bald könnten wir auch Russland auf die Liste setzen. Der stellvertretende Finanzminister des Landes, Alexey Moissev, stellte im September fest, dass Zahlungen in Kryptowährungen bald verboten werden könnten.

Regulierung ist ein zweischneidiges Schwert

Dies zeigt in vielerlei Hinsicht, dass die Regulierung ein zweischneidiges Schwert für Bitcoin darstellt. Einerseits gibt die CME Group bekannt, dass sie bis Ende des Jahres Bitcoin-Futures auflisten wird, und Japan, das Bitcoin Anfang des Jahres als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptierte, hilft, seine Existenz und Verwendung zu validieren. Auf der anderen Seite verfügen Zentralbanken und Regierungen über die Autorität, Bitcoin zu verbieten und von lukrativen Märkten fernzuhalten. Wir könnten von vielen Milliarden US-Dollar sprechen, deren Investoren willens, aber außerstande sind, sie in Bitcoin zu investieren.

Das ist nur eines von ein paar weiteren große Risiken, denen Bitcoin täglich und langfristig ausgesetzt ist. Zusätzlich zu den regulatorischen Bedenken muss Bitcoin versuchen, sich von einer wachsenden Zahl von Kryptowährungen abzuheben, von denen jede mit einer eigenen Blockchain-Technologie ausgestattet ist, die für Unternehmenskunden interessant sein könnte. Wenn seine Blockchain oder sein Token nicht so attraktiv ist wie andere virtuelle Währungen, oder wenn sich die Emotionen der Anleger verschieben, könnten wir genauso gut eine Diskussion darüber führen, dass Bitcoin im Handumdrehen die Hälfte seines Wertes verliert.

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The Motley Fool empfiehlt CME Group.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 03.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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