58 Festnahmen bei Razzia in Schwulen-Club in Indonesien

Bei einer Razzia in einem Schwulen-Club in Indonesien sind 58 Männer festgenommen worden. Beamte durchsuchten in der Nacht zu Samstag ein Gebäude in der Hauptstadt Jakarta, in dem eine Sauna und ein Fitnessstudio untergebracht sind, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Demnach sollten sechs Festgenommene wegen Verstoßes gegen die Anti-Pornografie-Gesetze angeklagt werden, damit drohen ihnen bis zu sechs Jahre Haft. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) verurteilte die Razzia.

Unklar war, ob allen Festgenommenen eine Anklage droht. Unter den Festgenommenen waren nach Polizeiangaben auch ein Niederländer, vier Chinesen und ein Thailänder. Polizeisprecher Argo Yuwono erklärte, die Razzia sei nach Hinweisen aus der Bevölkerung erfolgt.

Ein Verantwortlicher der indonesischen Sektion von HRW, Andreas Harsono, verurteilte die Festnahmen. "Sie sind Teil der seit Januar 2016 andauernden Kampagnen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in Indonesien", erklärte er. Harsono forderte die Freilassung der Männer.

Homosexualität ist in Indonesien nur in der Provinz Aceh gesetzlich verboten. Aber Feindseligkeiten gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender nahmen in dem südostasiatischen Land in jüngster Zeit zu. Konservative Politiker und Minister sowie einflussreiche islamische Gruppierungen wetterten öffentlich gegen Homosexuelle. Zuletzt waren im Mai waren bei einer ähnlichen Razzia in Jakarta 141 Männer festgenommen worden.