52 Festnahmen bei Protesten gegen Wirtschaftslage im Iran

Bei Protesten in der iranischen Großstadt Maschhad hat es nach Angaben der Justiz 52 Festnahmen gegeben. Der Vorsitzende des Revolutionsgerichts von Maschhad, Hossein Heidari, sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Fars, die Festgenommenen hätten bei den Protesten am Donnerstag "radikale Parolen" gerufen. Die Bürger hätten ein "Recht auf Protest", doch es werde nicht akzeptiert, dass die Sicherheit gefährdet werde.

Am Donnerstag waren nach Angaben der reformorientierten Nachrichtenseite "Nasar" hunderte Menschen in Maschhad und anderen Städten aus Protest gegen die hohen Preise und die anhaltende Arbeitslosigkeit auf die Straße gegangen. Laut einem Video von "Nasar" riefen sie dabei Parolen gegen Präsident Hassan Ruhani, warfen der Führung aber auch vor, proiranische Gruppen im Ausland zu unterstützen, statt der eigenen Bevölkerung zu helfen.

Der Abgeordnete Hamid Garmabi sagte Fars, die Unzufriedenheit in Maschhad habe auch mit dem Kollaps "illegaler Finanzinstitutionen" zu tun. In der Amtszeit von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, als die Inflation explodiert war, hatten hunderttausende Iraner ihr Erspartes bei dubiosen Finanzinstituten angelegt, die ihnen hohe Zinsen versprachen. Mehrere dieser Institute waren später bankrott gegangen, so dass die Anleger ihr Geld verloren.