50 Jahre APO: Warum Deutschland die außerparlamentarische Opposition brauchte

Nach der Verkündung einer großen Koalition, rief Rudi Dutschke zur Alternative auf.

Am 10. Dezember 1966, vor 50 Jahren also, rief Rudi Dutschke bei einer Anti-Vietnamkriegs-Demonstration in Westberlin zur „außerparlamentarischen Opposition“ auf.

Ein paar Tage zuvor, am 1. Dezember, hatte man sich in Bonn gerade auf die große Koalition geeinigt. Seit 1949 hatte die CDU mal mit der FDP und anderen bürgerlichen Parteien, mal alleine regiert – man sprach schon nicht ganz unberechtigt vom „CDU-Staat“ –, während die SPD immer auf der Oppositionsbank sitzen blieb. Die große Koalition bot den Sozialdemokraten nun die Chance, dorthin zu gelangen, wohin sie auf dem Weg der Parlamentswahl in fast zwei Jahrzehnten nicht gelangt waren: in die Regierung.

Brandt im Widerstand und Kiesinger bei der NSDAP

So groß die Hoffnungen bei vielen in der Bevölkerung waren, so verheerend war doch in den Augen einer kleinen Minderheit das Bild, das sich seit dem 1. Dezember 1966 bot. Das frühere NSDAP-Mitglied Kurt Georg Kiesinger war Kanzler. Und Willy Brandt, ein Mann, der die NSDAP bekämpft hatte, in die Emigration gegangen war und von dort aus gegen die deutschen Truppen Krieg geführt hatte, war sein Stellvertreter.

Viele hatten sich danach gesehnt, die CDU und die von ihr gedeckten alten Nazis endlich abgelöst zu sehen durch eine Anti-Nazi-Regierung. Schon 1961 hatte Martin Walser als Taschenbuch eine Sammlung von Aufsätzen unter anderem von Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, Siegfried Lenz und Peter Rühmkorf herausgebracht unter dem Titel: „Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung?“

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