50 oder 500 Euro für eine Aktie bezahlen? Egal, denn für den Anlageerfolg ist dies eigentlich unerheblich!

Börse Aktien
Börse Aktien

Es ist sicherlich ein Phänomen, das meines Erachtens bei relativ vielen Investoren anzutreffen ist. Und zwar, dass sie bei ihrer Aktienauswahl neben vielen anderen Aspekten oftmals auch auf einen optisch billigen Kurs achten.

Und ich vermute, dass dies bestimmt häufiger vorkommt, als man denkt. Aber eventuell kommt auch dir dieses Verhalten bekannt vor. Vielleicht haben dich ja auch schon einmal zwei Aktien aus derselben Branche interessiert. Und am Ende hast du dich dann für die mit dem optisch niedrigeren Kurs entschieden.

Aber unser Gehirn ist eben einfach genauso programmiert. Und es ist nun einmal nicht zu leugnen, dass die meisten von uns bei einer Investition von beispielsweise 5.000 Euro lieber 100 Aktien zu einem Stückpreis von 50 Euro erwerben als nur zehn Stück zu einem Preis von 500 Euro je Aktie.

Doch ich habe mittlerweile die Erkenntnis für mich gewonnen, dass solch eine Herangehensweise für den Anlageerfolg nicht wirklich ausschlaggebend ist.

Eine kurze Spurensuche

Wir sollten uns also fragen, warum wir um Aktien, die einen recht hohen Kurs aufweisen, oftmals einen großen Bogen machen. Unter anderem könnte dies meiner Meinung nach mit folgendem Trugschluss in Zusammenhang stehen.

Nämlich, dass sich eine Aktie, die nur 50 Euro kostet, im Kurs eventuell schneller verdoppeln könnte als ein Wert, der zum selben Zeitpunkt zu einem Stückpreis von 500 Euro gehandelt wird. Das ist aber nur etwas, das wir uns einbilden.

Betrachten wie es doch lieber einmal ganz realistisch. Im umgekehrten Fall könnte sich eine optisch billige 50-Euro-Aktie selbstverständlich genauso schnell im Kurs halbieren wie das 500-Euro-Papier.

Ein hoher Kurs suggeriert uns aber auch noch etwas anderes. Dass sich die betreffende Aktie nämlich schon etwas länger in einer Aufwärtsbewegung befinden könnte. Und hier schleicht sich dann natürlich schnell die Angst ein, dass man eben erst viel zu spät mit auf den fahrenden Zug aufspringt.

Aber deutet nicht gerade ein seit Monaten ansteigender Aktienkurs auf ein solide wirtschaftendes Unternehmen hin? Hier sollten wir uns an das Börsenmotto „The Trend is your Friend“ erinnern. Denn was sollte eigentlich dagegensprechen, dass es mit der entsprechenden Notierung nicht noch weiter nach oben geht.

Lass uns noch eines festhalten. Eine Aktie, die einen dreistelligen Kurs aufweist, kommt uns schlichtweg zu „teuer“ vor. Aber es lässt sich eigentlich an der Höhe ihres aktuellen Kurses gar nicht feststellen, ob eine Aktie nun gerade billig oder teuer ist.

Hier sollte man immer noch andere Faktoren mit einbeziehen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) sind hier zwei der dafür etwas häufiger verwendeten Kennzahlen.

Gedanken zum Schluss

Es ist also möglich, dass man in vermeintliche „Schnäppchen“ investiert. Und erst später stellt man dann fest, dass sie sich erst nach dem Kauf zu wirklich billigen Aktien entwickeln.

Genauso gut könnte es aber sein, dass man 500 Euro für ein Papier bezahlt, das sich vielleicht nach einem Jahr im Kurs verdoppelt. Für mich ist daher eigentlich klar, dass die Höhe des Kaufkurses allein so gut wie keinen Einfluss auf den Anlageerfolg haben sollte.

Vielmehr sollte man sich bei seinen Anlageentscheidungen auch an anderen Kriterien orientieren. Zum Beispiel an den Zukunftsaussichten und der Qualität des jeweiligen Unternehmens. Auch dies muss natürlich keine Garantie für den Erfolg darstellen. Aber eventuell kann man dadurch verhindern, allzu oft auf vermeintlich günstige Kaufkurse hereinzufallen, und so seinen Anlageerfolg optimieren.

Der Artikel 50 oder 500 Euro für eine Aktie bezahlen? Egal, denn für den Anlageerfolg ist dies eigentlich unerheblich! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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