50+1: Hannover 96 lehnt Mitgliedschaften ab

Bei Hannover 96 wurden kürzlich die Anträge mehrere Personen abgelehnt, nachdem diese in Konkurrenz zu Präsident Kind stehen.

Hannover 96 hat mehrere Mitgliedsanträge abgelehnt. Der Verein reagiert damit auf den weiterhin bestehenden Streit um die 50+1-Regel und Präsident Martin Kind.

"Wir haben uns dazu entschieden, Ihren Aufnahmeantrag abzulehnen", teilte Hannover 96 kürzlich 119 Fans mit. Alle abgelehnten Bewerber auf eine Mitgliedschaft sind in der Fangruppe IG Rote Kurve engagiert, die gegen Präsident Martin Kind protestiert.

Der 73-Jährige wird im Herbst 20 Jahre im Klub sein und damit die vom DFB festgelegte 50+1-Regel umgehen. Bei der letzten Mitgliederversammlung wehrte sich die IG Rote Kurve gegen die Übernahme, scheiterte aber denkbar knapp an einer Zweidrittel-Hürde.

Martin Kind verkündete selbst, diese Entscheidung "im Interesse des Vereins" getroffen zu haben. Die Fangruppe Pro Verein 1896 widersprach dem: "Man wünscht vielmehr keine mündigen und kritischen Mitglieder und hat Angst davor, die Mehrheit nicht hinter dem Vorstandskonzept vereinen und mobilisieren zu können."

Die Gruppe kündigte an, rechtlich gegen die Ablehnung vorzugehen. Die Erfolgschancen sind gering, da im Vereinsrecht keine Pflicht zur Aufnahme verankert ist. Ebenso muss der Verein eine Ablehnung eines möglichen Mitglieds nicht begründen.