Mit 50.000 Euro dotiert: Kölner „Tag des guten Lebens“ erhält Nachbarschaftspreis

Der Preis geht an die Initiative, die die Aktionen angestoßen hat.

Was vor vier Jahren in Ehrenfeld begonnen hat, ist nun in Berlin mit einem Preis ausgezeichnet worden. Erstmals hat die Nebenan-Stiftung den mit 50.000 Euro dotierten Deutschen Nachbarschaftspreis an Bürger, Initiativen und Organisationen vergeben, die sich besonders für ihre Nachbarschaft engagieren.

Der Kölner „Tag des Guten Lebens“ ist aus 1300 Bewerbungen von einer achtköpfigen Jury als Sieger ausgewählt worden. Bei der Veranstaltung nutzen Veedelsbewohner die während des Tags für den Autoverkehr gesperrten Straßen für eigene Aktionen. Die Agora, ein aus Kölner Bürgern, Institutionen und Vereinen aus Kultur und lokaler Wirtschaft bestehendes Bündnis, hat den Tag des Guten Lebens 2013 im Schatten des Heliosturms in Leben gerufen.

Tag des guten Lebens wandert durch die Veedel

Nachdem er zwei Jahre lang in Ehrenfeld beheimatet war, ist er 2015 nach Sülz gewandert. Dieses Jahr war in Deutz Ort des Geschehens. Derzeit suchen die Organisatoren bereits nach einem neuen Viertel, dass einen Tag lang zu einer Art „städtisches Labor“ mutieren soll. Denn bei der Veranstaltung handelt es sich um um ein „Realexperiment“, wie der Initiator, der Kölner Soziologe Davide Brocchi, sie beschreibt.

In dem durch die Straßensperrung gewonnenen öffentlichen Raum, sollen die Bewohnern des Viertels, die Möglichkeit haben, ihren Stadtteil einen Tag lang so zu gestalten, wie sie ihn sich wünschen.

Die Veranstaltung soll laut Agora Impulse setzen, die Bewohner zu Ideen inspirieren, wie sich ihr Viertel positiv verändern lässt. So sind durch die gemeinschaftliche Organisation des Tages in den jeweiligen Vierteln Freundschaften, Initiativen und Netzwerke entstanden, wie Mitglieder des Bündnisses berichten.

„Es geht um Nachhaltigkeit im engeren Sinne, also um ökologische Verbesserungen, wie beispielsweise mehr essbares Grün, weniger Autoverkehr und saubere Luft in den Städten, aber auch um soziale Nachhaltigkeit, also dass Nachbarschaften wieder mehr zusammenhalten“, sagt Agoramitglied Volker Ermert. 

Konzept hat vieles angestoßen in den Kölner Stadtteilen

Der Tag des Guten Lebens habe in der Stadt bereits einiges ins Rollen gebraucht „In Ehrenfeld ist daraus beispielsweise die Idee hervorgegangen, dass an der sehr engen Rothehausstraße nur noch auf einer Seite geparkt werden kann“, erzählt Ermert. „Dort hat sich auch die Politik verändert. Es werden jetzt viel mehr Ideen von Bürgerinnen und Bürgern, das Veedel positiv zu gestalten, aufgegriffen.“

In Sülz habe sich unter anderem die Sternplatzinitiative aus dem Tag entwickelt. Sie besteht aus Anwohnern, die sich dafür einsetzen, den Platz, an dem sie wohnen, zu einem attraktiven Aufenthaltsort umzugestalten. In Deutz stehen seit der Veranstaltung neue Apfelbäume und werden weitere Dinge wachsen. „Wir betreiben mit Hilfe von Stiftungsgeldern Veedelsarbeit und entwickeln Leuchtturmideen für die Viertel, in denen der Tag des guten Lebens bisher stattfand“, so Ermert.

Der Preis ist dabei ein weiterer Ansporn. „Wir haben uns sehr über den Nachbarschaftspreis gefreut! Ich bin gespannt, wie es weiter geht mit dem Tag des Guten Lebens und der Agora Köln“, sagt Volker Ermert. ...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta