5 Tipps, die Warren Buffett zu einem Multi-Milliardär gemacht haben

Motley Fool Investmentanalyst

Der Selfmade-Milliardär Warren Buffett gilt als der erfolgreichste lebende Investor. Über sein Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway hat er viele andere Menschen auf diesem Weg sehr bereichert.

Wie ist er so gut geworden, von wem hat er sein Handwerk gelernt und was sind seine wichtigsten Lehren?

Ein Teil eines Unternehmens

Ein früher Wendepunkt kam, als der junge Buffett 1949 Benjamin Grahams Buch The Intelligent Investor las und dann bei ihm an der Columbia Business School studierte.

Buffett schreibt Graham zu, dass er die Grundlage für seinen eigenen Anlagestil geschaffen hat, und eine wichtige  Lektion war, was ein Anteil an einem Unternehmen wirklich ist.

Für viele Menschen ist es eine Nummer, die hoffentlich steigt. Es ist ein Spiel, von dem man hofft, dass es sich auszahlen wird, oder es ist eine beängstigende, schwer zu verstehende Sache, die man um jeden Preis vermeiden sollte. Aber was ist, wenn ich sage, dass es dasselbe ist wie den Laden an der Ecke — vielleicht mit deiner Familie — zu besitzen?

Das ist genau das, was ein Anteil ist. Es ist eine Teilhaberschaft an einem Unternehmen und Buffett hat bekanntlich gesagt, dass er „Investitionen auf langfristiger Basis“ wählt, wobei er „die gleichen Faktoren wie beim Kauf von 100 % eines operativen Unternehmens“ abwägt. Wenn du nicht glücklich damit wärst, das ganze Unternehmen zu besitzen, kaufe nicht einmal eine Aktie davon.

Das Beste kaufen, für immer halten

Verbringst du Zeit damit, nach dem nächsten großen Ding da draußen zu suchen, dem übersehenen Newcomer, der schon bald für Furore sorgen wird? Wie wäre es mit Aktien, von denen du denkst, dass du schnell ein- und aussteigen kannst und einen kurzfristigen Gewinn einstecken könntest?

Ein Problem bei dieser Herangehensweise ist, dass du wahrscheinlich die wirklich großartigen Möglichkeiten auf langfristigen Reichtum übersiehst.

Buffett sagt: „Es ist viel besser, ein wunderbares Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen als ein mittelprächtiges Unternehmen zu einem günstigen Preis.“

Die Besten bringen im Jahresvergleich stabile Gewinne und können ihre Aktionäre leicht in Millionäre verwandeln. Doch wer nur nach Schnäppchen Ausschau hält, wird diese Perlen nur schwer finden — und verpasst ernsthafte potenzielle Reichtümer.

Und, wie Buffett sagt, „kaufe nur etwas, das du gerne halten würdest, wenn der Markt für 10 Jahre schließen würde.“

Das schränkt für mich die Auswahl der Aktien, aus denen ich auswählen würde, stark ein.

Wert statt Preis

Für viele zählt der Kurs einer Aktie, und das Hauptinteresse liegt darin, wohin er sich täglich bewegt. Das könnte nicht weiter von Buffetts Ansatz entfernt sein, und auch du solltest davon fernbleiben.

Nein, es ist der innere Wert des zugrunde liegenden Geschäfts, der wichtig ist — laut einem berühmten Zitat von Buffet: „Preis ist, was man zahlt, Wert ist, was man bekommt.“ Aber inwiefern kann ein Aktienkurs in Bezug auf den Basiswert der Aktie falsch sein?

Das wird durch eine oft zitierte Meinung von Graham erklärt, dass „am Markt kurzfristig abgestimmt wird, aber langfristig geht es nach Gewicht“. Aber was bedeutet das?

Kurzfristig ist die Festlegung des Marktpreises einer Aktie ein Beliebtheitswettbewerb. Aktien gehen rauf und runter, einfach weil die Leute sie kaufen und verkaufen — und die Leute kaufen und verkaufen oft aus den irrationalsten Gründen.

Aber auf lange Sicht fallen all diese kurzfristigen Höhen und Tiefen schließlich auf den zugrunde liegenden Wert des Unternehmens zurück. Also ignoriere Trends und kaufe nach Bewertung, nicht nach Preis.

Sicherheitsmarge

Um sein Verlangen nach einer Sicherheitsmarge bei seinen Investitionen zu erklären, empfahl Buffett, man solle nicht „versuchen, mit einem 9.800-Pfund-Lkw über eine Brücke zu fahren, auf der steht: Kapazität: 10.000 Pfund. Aber fahre ein wenig die Straße entlang und finde eine mit der Kapazität für 15.000 Pfund.“

Es ist eine wichtige Lektion von Graham, nach einer Aktie zu suchen, bei der der Preis, den du zahlen musst, ausreichend niedriger ist als deine Einschätzung des inneren Wertes des Unternehmens. Es muss nicht zwingend billig sein, es soll nur diese Sicherheitsmarge aufweisen.

Gibt es Top-Unternehmen mit diesen Sicherheitsmargen? Sicherlich. Wann immer wir eine Marktbaisse sehen, ist das normalerweise ein sicheres Zeichen dafür, dass es großartige Unternehmen gibt, die zu billig verkauft werden.

Selbst ganze Branchen können überraschend lange unterbewertet bleiben. Im Moment sehe ich zum Beispiel in der Versicherungsbranche eine attraktive Sicherheitsmarge.

Fokus

Der gesunde Menschenverstand besagt, dass wir unsere Anlagen diversifizieren sollten, um Sicherheit zu schaffen. Aber wie passt das zu Buffetts Behauptung: „Diversifizierung ist Schutz vor Ignoranz. Es macht wenig Sinn, wenn man weiß, was man tut“?

Ich mag Diversifikation im Rahmen der Vernunft, aber ich denke, dass es möglich ist, übermäßig zu diversifizieren als auch aus den falschen Gründen zu diversifizieren.

Wenn du mit der Auswahlliste guter Kandidaten für deine nächste Investition zufrieden bist, dann würde ich sagen, dass es Sinn macht, deine bestehenden Beteiligungen zu berücksichtigen. Wenn ich zwischen einer Bank und einem Minenunternehmen wählen sollte, und beides mag, dann könnte mich das — wenn ich bereits eine Bank habe — zum Minenunternehmen hin beeinflussen.

Was Buffett mit Sicherheit ablehnt, ist Diversifizierung um ihrer selbst willen. Wenn ich einen Sektor nicht gut genug verstehen würde und es keine Unternehmen gäbe, die ich für einen soliden, langfristigen Wert halte, würde ich auf keinen Fall investieren, nur um zu diversifizieren.

Wenn du von dem Standpunkt ausgehst, dass du als nächstes ein Unternehmen aus dem FTSE Construction & Materials brauchst …dann  ist das sicherlich nicht der Weg, um die besten Unternehmen da draußen zu finden.

Kannst du es?

Ich habe oft Leute sagen hören, dass man nicht so gut wie Buffett sein kann — und ich weiß, dass ich es nicht bin. Aber das muss ich auch nicht. Ich muss ich es nur besser machen, als ich es ohne Buffetts Lektionen gemacht hätte.

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The Motley Fool UK besitzt und empfahl Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Alan Oscroft auf Englisch verfasst und am 08.07.2018 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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