5 Jahre Papst Franziskus: Diese Dinge hat er anders gemacht als seine Vorgänger

Papst Franziskus ist heute seit fünf Jahren im Amt. (Bild: Filippo Monteforte/Pool Photo via AP)

Seine Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor fünf Jahren war eine Sensation. Zwar konnte Franziskus die Kirche nicht komplett erneuern – im Vergleich zu seinen Vorgängern hat er aber einiges anders gemacht.

Die Namensfindung

Als Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 auf die Benediktionsloggia trat, um sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, war schnell klar, dass er einiges anders machen würde als die Päpste vor ihm. Alleine seine Namenswahl deutete bereits ganz klar auf eine Veränderung hin: Denn während es Brauch ist, sich nach einem Vorgängerpapst zu benennen, wählte Franziskus einen anderen Weg – und gab sich den Namen zu Ehren des heiligen Franz von Assisi, der unter anderem als Patron der Armen gilt. Damit sei er einem Ratschlag des emeritierten Kardinals Cláudio Hummes gefolgt, erzählte Franziskus einmal. Dieser habe ihm nach Verkündung des Ergebnisses gesagt: „Vergiss die Armen nicht.“ Ähnlich auch eine seiner bekanntesten Aussagen: „Ich möchte eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen“.

Ein Stil der Bescheidenheit

Franziskus setzt in seinem alltäglichen päpstlichen Leben auf Bescheidenheit. Auf die Papstwohnung im Vatikan verzichtet er – zu groß und abgelegen sei diese, so das Kirchenoberhaupt. Stattdessen lebt er im Domus Sanctae Marthae, einem ehemaligen Krankenhaus und Pilgerheim, das mittlerweile als Hotel für Vatikan-Gäste und Kardinäle während der Enklave fungiert. Dort lebt Franziskus in einer Vierzimmerwohnung. Statt in einer gepanzerten Limousine fährt er mit einem alten Fiat und die edlen roten Lederschuhe tauschte er gegen seine Gesundheitsschuhe. Bereits bei seinen ersten Messen verzichtete Franziskus auf prunkvolle Gewänder und zelebrierte im schlichten weißen Messgewand.

Kontakt mit den Armen und Verstoßenen

Es sind Gesten wie diese, die Franziskus von seinen Vorgängern unterscheiden: Den Gründonnerstag feiert der Pontifex nicht in der Lateranbasilika, wie Päpste das gewöhnlich tun. Stattdessen verbringt er ihn in Gefängnissen und sorgte auch mit einer Änderung im Fußwaschungsritual für Aufsehen: Erstmals wusch er auch Frauen die Füße und brach damit mit einer Tradition. Schon während seiner Zeit als Erzbischof verbrachte Franziskus den Gründonnerstag in Gefängnissen oder mit Kranken und Armen. Diesen fühlt er sich nahe – für sie soll die katholische Kirche da sein.

Papst Franziskus gilt als äußerst volksnah. (Bild: AP Photo/Gregorio Borgia)

Keine Berührungsängste, dafür Selfies

Franziskus gibt sich als Papst des Volkes und geht mit seinen Anhängern auf Tuchfühlung. Auch zu dem einen oder anderen Selfie lässt er sich einladen. Und sogar Benedikt XVI zog nach – nach seiner Papst-Pension ließ auch er sich mit Priestern via Handy fotografieren.

Innerkirchliche Kritik

Franziskus ist nicht gerade zimperlich, wenn es um Kritik an der eigenen Kurie geht. Bei seiner Weihnachtsansprache 2014 warnte er vor „spirituellem Alzheimer“, der „Krankheit einer mentalen und spirituellen Erstarrung“ und der „Krankheit der Rivalität und Eitelkeit“. Franziskus kritisierte starre Strukturen und mangelnde Flexibilität in der Kirche – besonders viel Erfolg dabei, diese aufzubrechen, war ihm bis dato allerdings nicht vergönnt.

Umgang mit Wiederverheirateten

Nicht nur wegen seiner innerkirchlichen Kritik stößt Franziskus oft auf Widerstand in den eigenen Reihen. Auch seine Meinung, dass man in gewissen Situationen (zum Beispiel bei Priestern, die gegen das Zölibat verstoßen) eher Einzelfälle abwägen sollte als dogmatisch vorzugehen, stieß nicht überall auf Begeisterung. Denn Franziskus brach auch mit anderen Traditionen: Wiederverheiratete wollte er zum Beispiel nicht mehr kategorisch von der Kommunion ausschließen, sondern in Einzelfällen zulassen. In seinem offiziellen Schreiben „Amoris laetitia“ schrieb Franziskus beispielsweise, dass „die Eucharistie nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“ sei.