5.000 Euro auf der hohen Kante? Diese 3 unauffälligen Wachstumsaktien sind zum 52-Wochen-Tief zu haben

Finanzielle Freiheit Aktienkäufe Geld
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In 3 Sätzen

  • Für ein kleines Unternehmen verfügt Digital Turbine über beeindruckende Partnerschaften und eine Größenordnung, mit der es in den kommenden Jahren wachsen kann.

  • Das wenig bekannte Unternehmen ironSource scheint die Konkurrenz zur Freude seiner Kunden zu übertreffen.

  • Floor & Decor Holdings kann seinen Umsatz langfristig verfünffachen, was der Grund dafür sein könnte, dass eine Investorenlegende kürzlich eine Beteiligung erworben hat.

Der Begriff „unauffällig“ beschreibt die drei Wachstumsaktien in diesem Artikel perfekt. Sowohl Digital Turbine (WKN: A14MRK) als auch ironSource (WKN: A3CTQG) arbeiten mit App-Entwicklern zusammen, um deren Bekanntheitsgrad und Monetarisierung zu steigern. Floor & Decor Holdings (WKN: A2DQHZ) betreibt eine Kette von Heimwerkermärkten. Alle drei Aktien stehen in der Nähe ihrer 52-Wochen-Tiefststände.

Da der Markt gegenüber seinen Höchstständen deutlich gefallen ist, sollten die Anleger nach Kaufgelegenheiten Ausschau halten. Dazu hier drei weniger bekannte Gelegenheiten für alle, die etwas mehr Geld investieren können – rund 5.000 Euro. Schauen wir doch mal, warum man diese Unternehmen in Betracht ziehen sollte.

1. Digitale Turbine

Laut Business of Apps gibt es 2,8 Milliarden aktive Android-Nutzer (das mobile Betriebssystem von Alphabets Google), was 75 % des Mobilfunkmarktes entspricht. Die meisten dieser Android-Nutzer kommen jedoch aus Märkten, in denen die Monetarisierung gering ist. Dies spiegelt sich darin wider, dass die Ausgaben für mobile Apps auf Apple-Geräten die Ausgaben für Android-Geräte im ersten Quartal 2022 laut Sensor Tower etwa im Verhältnis 2 zu 1 übertrafen – eine Zahl, die historisch gesehen normal ist.

Während die Ausgaben auf Apple-Geräten höher sind, ist die Chance auf Android-Geräten, wo Digital Turbine tätig ist, immer noch groß. Seine Software ist auf Android-Geräten vorinstalliert, und das Unternehmen hat eine gute Beziehung zu Google (sie sind strategische Partner).

Ebenso arbeitet es mit Netzbetreibern wie Verizon und T-Mobile US zusammen, um Apps zum Herunterladen zu bringen. Die App-Entwickler bezahlen Digital Turbine für diesen Service und das Unternehmen teilt sich diese Einnahmen mit den Betreibern.

Digital Turbine hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 3,6 Mrd. US-Dollar, was bedeutet, dass das Unternehmen ein kleiner Fisch ist und weitaus mächtigere Unternehmen die Branche kontrollieren. Diese Außenseiterposition ist sicherlich ein Risiko. Sollte eine der Partnerschaften scheitern, würden die Aktionäre von Digital Turbine das sicherlich zu spüren bekommen.

Die Partnerschaften des Unternehmens scheinen jedoch stabil zu sein. Außerdem ist das Unternehmen mit 600 Millionen Geräten (Stand: Mai 2021) auf dem Markt sehr präsent. Die Software auf dieser beeindruckenden Anzahl von Geräten eröffnet viele Möglichkeiten in Bezug auf Werbeeinnahmen, laufende App-Entdeckungen durch das Single-Tap-Produkt und sogar In-App-Zahlungen, die erst dieses Jahr eingeführt wurden.

Digital Turbine hat in den letzten zwölf Monaten einen Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar erzielt, was einer Steigerung von etwa 800 % gegenüber dem Stand von vor drei Jahren entspricht. Daher wird die Aktie unter einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (K/U) von 4 gehandelt, was angesichts des Wachstums des Unternehmens günstig erscheint. Außerdem ist das Unternehmen bereits profitabel und verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, die Gewinne weiter zu steigern. Es handelt sich also um eine Aktie, die man sich näher ansehen sollte.

2. ironSource

Wie Digital Turbine ist auch ironSource ein wichtiger Akteur in der App-Wirtschaft, wenn auch unauffällig. Nach Angaben des Managements waren Ende 2021 88 der 100 am häufigsten heruntergeladenen Handyspiele ironSource-Kunden. Es besteht also eine gute Chance, dass man eine App verwendet hat, die die Software von ironSource nutzt, ohne dass man es wusste.

Die Sonic-Plattform von ironSource hilft Unternehmen dabei, ihre Apps zu entdecken und zu vermarkten, und sie kann sogar bei der Veröffentlichung helfen. Und offensichtlich macht das Unternehmen in dieser Hinsicht etwas richtig. Zum Beispiel hat ironSource erst 2020 mit der Veröffentlichung von Handyspielen für seine Kunden begonnen. Aber von den 45 Spielen, die es bisher veröffentlicht hat, waren 31 irgendwann in den Top 10 der meistgeladenen Spiele. Das ist effektiv.

Allerdings ist ironSource ein noch kleinerer Fisch als Digital Turbine. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2021 einen Umsatz von nur 553 Mio. US-Dollar. Wie zu erwarten, macht daher eine kleine Anzahl von Kunden den Großteil der Einnahmen aus. Insgesamt hat das Unternehmen über 5.500 Kunden. Aber weniger als 7 % von ihnen (358) machen 95 % des Gesamtumsatzes im Jahr 2021 aus. Wenn ironSource nur eine Handvoll dieser Kunden verliert, leidet das Geschäft.

Allerdings hatte ironSource bisher kein Problem mit der Kundenbindung. Im Jahr 2021 hatte das Unternehmen eine Bruttobindungsrate von 98 % bei Kunden, die 100.000 US-Dollar oder mehr auf der Plattform ausgeben, was 95 % des Umsatzes ausmacht. Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen 291 dieser Kunden, und die Bruttobindungsrate bedeutet, dass es im vergangenen Jahr nur sechs dieser Kunden verloren hat. Allerdings konnte ironSource bis zum Ende des Berichtszeitraums 73 neue High-End-Kunden gewinnen und damit die wenigen verlorenen Kunden mehr als ausgleichen.

Darüber hinaus geben die Kunden von ironSource im Laufe der Zeit immer mehr Geld aus, vermutlich weil die Software des Unternehmens einfach erfolgreich ist, wenn es darum geht, Apps auf Endgeräte zu bringen. Die Nettoexpansionsrate im Jahr 2021 für alle Kunden betrug 154 %, d. h. die Kunden gaben 1,54 US-Dollar für jeden US-Dollar aus, den sie im Jahr 2020 ausgaben.

Angesichts der Effektivität der Software und des beeindruckenden Wachstums (das Management prognostiziert für 2022 ein Umsatzwachstum von 43 bis 48 % gegenüber dem Vorjahr) ist ironSource eine weitere Aktie, die in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs eine Überlegung wert ist.

3. Floor & Decor

Mit nur 160 Standorten Ende 2021 ist Floor & Decor vielleicht erst mal kein Begriff. Es handelt sich um einen Fachhändler für Heimwerkerbedarf, der sich auf Bodenbeläge wie Fliesen, Hartholz und Luxus-Vinyl spezialisiert hat. Das Unternehmen führt auch zahlreiche Artikel zur Dekoration, vor allem solche, die nach Ansicht des Managements im Trend liegen.

Und das alles wird auf einer großen Fläche verkauft: durchschnittlich 78.000 Quadratmeter pro Standort. Das bedeutet, dass die Läden nicht ganz so groß sind wie die von Home Depot oder Lowe’s. Aber sie sind viel größer als die vieler anderer Fachhändler für Bodenbeläge.

Der Vorteil für Floor & Decor ist, dass es sich von der Masse abhebt. Das Unternehmen bietet mehr Optionen für den Bodenbelag an als die kleinen Fachgeschäfte oder die großen Konkurrenten. Wenn man als Hauseigentümer oder Bauunternehmer den Bodenbelag vor dem Kauf sehen will, geht man am besten zu Floor & Decor.

CEO Thomas Taylor war vor seiner Zeit bei Floor & Decor in leitender Funktion bei Home Depot tätig und glaubt, dass die Kette auf 500 Standorte expandieren kann. Das Unternehmen bewegt sich schnell in diese Richtung und will die Zahl seiner Filialen in absehbarer Zukunft jährlich um 20 % steigern. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass es bei entsprechender Größe einen Jahresumsatz von 17 Mrd. US-Dollar erzielen kann, der 2021 bei nur 3,4 Mrd. US-Dollar liegen wird. Das Unternehmen ist mit einer Nettogewinnmarge von 8 % solide profitabel.

Dank einer schnell wachsenden, differenzierten Einzelhandelsmarke, einem erfahrenen Managementteam und vielen Gewinnen ist es kein Wunder, dass Warren Buffetts Berkshire Hathaway auf Floor & Decor aufmerksam geworden ist. Das Unternehmen gab kürzlich eine Beteiligung von fast 100 Mio. US-Dollar an Floor & Decor bekannt. Wer eine Aktie in der Nähe des Tiefststandes kaufen will, sollte sich vielleicht Buffett anschließen.

Wie man 5.000 Euro investiert

Ob man Geld in die Aktien von Digital Turbine, ironSource oder Floor & Decor investiert, bleibt ganz einem selbst überlassen. Wahrscheinlich will man noch mehr über die einzelnen Unternehmen erfahren, bevor man sein hart verdientes Geld investiert. Sollte man sich jedoch für eine Investition in diese Unternehmen entscheiden, muss man eine sinnvolle Aufteilung vornehmen.

Meiner Meinung nach sollte man berücksichtigen, wie groß das Portfolio ist und wie viel man im Laufe der Zeit investieren will. Man sollte nicht zu viel Geld in eine einzige Aktie investieren. Ein diversifiziertes Portfolio ist der sicherste Weg zur finanziellen Freiheit. Um diversifiziert zu bleiben, würde ich heute zwischen 1 und 5 % meines Portfolios in jedes der genannten Unternehmen investieren. In deinem Fall könnte das bedeuten, dass du 5.000 US-Dollar in jedes Unternehmen investierst oder den Betrag auf die drei Unternehmen aufteilst. Die Situation jedes Einzelnen ist anders. Das Wichtigste ist, dass man seine Situation durchrechnet und sicherstellt, dass die Größe der Positionen sinnvoll ist.

Der Artikel 5.000 Euro auf der hohen Kante? Diese 3 unauffälligen Wachstumsaktien sind zum 52-Wochen-Tief zu haben ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Jon Quast besitzt Aktien von Digital Turbine, Floor & Decor Holdings und Lowe's. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A shares), Apple, Berkshire Hathaway (B shares) und Home Depot. The Motley Fool empfiehlt Alphabet (C shares), Lowe's, T-Mobile US und Verizon Communications. Dieser Artikel erschien am 19.4.2022 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

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