468 Capital bringt seinen Spac heute an die Börse

Lisa Ksienrzyk
·Lesedauer: 2 Min.
Die Aktie von 468 Spac I SE wurde zum Preis von 10,00 Euro gelistet.
Die Aktie von 468 Spac I SE wurde zum Preis von 10,00 Euro gelistet.

Für die drei Berliner Szeneköpfe Alexander Kudlich, Ludwig Ensthaler und Florian Leibert läutet heute die virtuelle Glocke an der Frankfurter Börse. Das spült rund 300 Millionen Euro in die Kasse der Firmenhülle 468 Spac I SE. Hinter dem Konstrukt steckt der Berliner VC 468 Capital und mit ihm die Ex-Rockets Kudlich und Ensthaler sowie der Mesosphere-Gründer Leibert. Ein großer Teil des Geldes stammt von ihnen, denn der VC ist auch der Hauptsponsor des Spacs.

Ab 9 Uhr wird die sogenannte Special Purpose Acquisition Company an der Frankfurter Börse gelistet. Der Ausgangspreis beträgt 10 Euro pro Aktie. Neben dem Lakestar-Spac ist es nun der zweite Börsenmantel, der aus der deutschen Startup-Szene kommt und auch hierzulande gehandelt wird. Die Firmen werden gegründet und binnen weniger Wochen an die Börse gebracht, um ein anderes Tech-Unternehmen zu kaufen und ihm so zum Börsengang zu verhelfen. Innerhalb eines Jahres wolle der 468-Spac seinen Aktionären einen Übernahmekandidaten präsentieren, heißt es im Prospekt. Üblicherweise haben Spacs zwei Jahre Zeit, um ihren Merger abzuschließen.

Lea-Sophie Cramer im Aufsichtsrat

Kudlich, Leibert, Ensthaler und Chief Administrative Officer Daniel Bley haben Anfang März mit den offiziellen Vorbereitungen begonnen. Der Übernahmekandidat von 468 Capital soll laut Börsenprospekt aus Europa kommen und sich mit Software, Künstlicher Intelligenz, Marktplätzen sowie einem Direct-To-Consumer-Modell beschäftigen. Die Bewertung der Firma soll zwischen 400 Millionen und vier Milliarden Euro liegen. Ursprünglich wurde Eine weitere Vorgabe: Das Startup soll noch Gründer-geführt sein und Top-Investoren in seiner Gesellschafterliste vorweisen.

Bei der Suche nach einer geeigneten Firma können die drei Unternehmer auf ihr Netzwerk zurückgreifen. Schon mit Rocket Internet haben Kudlich und Ensthaler in dutzende Startups investiert, Leibert verkehrt vor allem im Silicon Valley. Auch der Aufsichtsrat des 468 Spacs ist prominent besetzt mit der Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, Gisbert Rühl, Vorstandschef des Stahlkonzerns Klöckner, Private-Equity-Berater Hans Maret und Florian Wendelstadt, früherer Chef der Private-Equity-Firma General Atlantic. Auch sie werden laut Börsenprospekt an dem Firmenkonstrukt beteiligt.