46 ivorische Soldaten nach Begnadigung durch Junta in Mali zurück in ihrer Heimat

Einen Tag nach ihrer Begnadigung durch die Junta in Mali sind 46 Soldatinnen und Soldaten aus der Elfenbeinküste am Wochenende in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Flugzeug der ivorischen Luftwaffe, das sie in ihr Land zurück brachte, landete am Samstag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) auf dem Flughafen von Abidjan, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Der ivorische Präsident Alassane Ouattara kündigte an, "wieder normale Beziehungen" zu Mali aufzunehmen.

Das Flugzeug mit den Soldaten war am Samstagnachmittag in der  malischen Hauptstadt Bamako gestartet. Bei einem kurzen Zwischenstopp im westafrikanischen Togo übergab dessen Präsident Faure Gnassingbé die Soldaten offiziell an den ivorischen Verteidigungsminister Téné Birahima Ouattara. Gnassingbé hatte eine entscheidende Rolle bei der Freilassung gespielt, sowohl die malischen als auch die ivorischen Behörden würdigten seine Vermittlung.

Nach ihrer Ankunft in der ivorischen Metropole Abidjan stiegen die Soldaten in Militäruniform einzeln aus der Maschine aus, jeder von ihnen schwenkte eine kleine ivorische Flagge. Sie wurden von Präsident Alassane Ouattara begrüßt, bevor sie den Präsidentenpavillon auf dem Flughafen betraten, wo ihre Familien auf sie warteten.

"Jetzt, da diese Krise hinter uns liegt, können wir wieder normale Beziehungen mit dem Bruderland Mali aufnehmen, das uns braucht und das auch wir brauchen", sagte Ouattara in seiner Begrüßungsrede.

Ein Sprecher der Soldaten dankte dem Staatschef und "dem ivorischen Volk für seine Unterstützung". "Wir sind glücklich und erleichtert, wieder im Mutterland zu sein", sagte er.

Mali hatte im Juli insgesamt 49 Soldatinnen und Soldaten aus der Elfenbeinküste nach ihrer Ankunft am Flughafen in Bamako festgenommen. Nach Angaben der ivorischen Regierung sollten sie als Wachpersonal die UN-Friedensmission Minusma unterstützen, was den malischen Behörden auch bekannt gewesen sei. Mali stufte die Soldatinnen und Soldaten jedoch als Söldner ein, was die Elfenbeinküste kategorisch bestritt. Die Festnahme der Soldatinnen und Soldaten hatte einen diplomatischen Streit zwischen den beiden Ländern ausgelöst.

Ende Dezember wurden 46 von ihnen in Mali zu 20 Jahren Haft verurteilt. Drei Soldatinnen, die bereits im September in die Elfenbeinküste zurückkehren konnten, wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Ivorer wurden des "Angriffs und der Verschwörung gegen die Regierung" sowie des Versuchs, die staatliche Sicherheit zu untergraben, für schuldig befunden, hatte die Staatsanwaltschaft damals erklärt. Am Freitag begnadigte der malische Juntachef Assimi Goïta schließlich alle 49 Militärangehörigen aus der Elfenbeinküste.

Nach der Festnahme der Ivorer hatte Malis Militärjunta zwischenzeitlich die Rotation der Minusma-Soldaten ausgesetzt, wovon auch die Bundeswehr betroffen war. Die seit 2013 in Mali stationierte UN-Friedenstruppe soll dem Schutz der Zivilbevölkerung dienen.

Der Einsatz in dem westafrikanischen Krisenland gilt als der momentan gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Im November kündigte die Bundesregierung an, den Einsatz bis Mai 2024 auslaufen zu lassen.

kas/ma