45 Tote in Dnipro: Rettungskräfte geben Suche nach 20 Vermissten auf

Nach dem russischen Raketenangriff auf ein Hochhaus in Dnipro haben die Einsatzkräfte die Suche nach Verschütteten eingestellt. Die „Chancen, jemanden zu finden“ tendierten „leider gegen null“, sagte der Bürgermeister der zentralukrainischen Stadt.

45 Tote geboren, 20 Menschen vermisst

Seit dem verheerenden Angriff am Samstag wurden 45 Tote geborgen – darunter sechs Kinder. Über 80 Menschen wurden verletzt, mindestens 20 werden noch vermisst – darunter der 11 Monate alte Enkel eines Mannes, der fassungslos vor dem verwüsteten Haus steht.

"Jetzt hier dieses verwüstete Wohnhaus zu sehen, in dem die Familie meiner Tochter gelebt hat... Mein Enkel, der von einem Moment auf den anderen einfach nicht mehr da ist. Verflucht seien der verdammte Putin und sein ganzes Gefolge", sagt der Ukrainer gegenüber Journalisten.

Die Anteilnahme ist groß. Selbst in Russlands Hauptstadt Moskau haben Unbekannte Blumen und Kuscheltiere für die Todesopfer von Dnipro niedergelegt. Vier Personen wurden verhaftet. Öffentliche Anti-Kriegs-Aktionen wie diese sind in Russland selten geworden – zu groß ist die Angst vor der massiven Repression.

Putin vor Sondertribunal?

Auch aus Brüssel kommen Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. Die EU-Finanz- und Wirtschaftsminister verurteilten den Angriff bei einem Treffen am Dienstag und versprachen Kiew weiter Finanzhilfe, um über den Winter zu kommen.

Derweil wurde im EU-Parlament über die Frage debattiert, ob Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs vor ein Sondertribunal gestellt werden soll. Abgestimmt wird am Donnerstag.