422 Weißhelme mit Familien in Jordanien angekommen

Es war eine bisher beispiellose Evakuierungsaktion: Israel hat Hunderte Menschen aus dem Kampfgebiet im Süden Syriens in Sicherheit gebracht.

In den Konvois: Mitglieder der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme und ihre Familien. Israel hatte zunächst von 800 Personen gesprochen. Jordanien bestätigte allerdings lediglich die Ankunft von 422 Menschen.

Von Regierungstruppen umzingelt

Der Transit erfolgte über die sonst streng abgeriegelte Grenze auf den von Israel besetzten Golanhöhen. In der benachbarten Provinz Kuneitra waren viele Helfer der Weißhelme durch eine Offensive der syrischen Armee und Verbündeter zuletzt selbst zu Notleidenden geworden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte: "Vor einigen Tagen haben sich US-Präsident Trump, Kanadas Regierungschef Trudeau und andere mit der Bitte an mich gewandt, Hunderte Weißhelme aus Syrien rauszuholen. Das sind Menschen, die Leben gerettet haben, und jetzt in Lebensgefahr waren. Daher habe ich zugesagt, sie durch Israel in andere Staaten zu bringen – als wichtige humanitäre Geste.“

Damaskus wirft Weißhelmen vor, Terroristen zu helfen

Seit Beginn des Krieges in Syrien haben die Weißhelme nach eigenen Angaben 100.000 Menschen gerettet. Damaskus und Moskau werfen ihnen allerdings vor, im Dienst von Rebellen, Dschihadisten und des Westens zu stehen.

"Die sogenannten Weißhelme dienen mehreren Parteien als Instrumente der Propaganda und Gewalt. Jetzt ziehen sie sich zurück. Man kann sie offenbar nicht auf dem Schlachtfeld zurücklassen. Denn dann kämen zu viele Dinge ans Licht, die gegen sie sprechen. Das ist der Grund, warum man sie aus Syrien rausholt", erklärte Khaled Abboud, Sprecher des syrischen Parlaments und enger Vertrauter von Machthaber Baschar al-Assad.

Die Weißhelme haben stets ihre Neutralität betont. Die Geretteten sollen bald von Jordanien in westliche Länder umgesiedelt werden – wie Deutschland, Großbritannien und Kanada. Israel selbst ist nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit.