400.000 Kindern im Kongo droht der Hungertod

Rund 400.000 Kindern im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo droht unmittelbar der Hungertod. Das teilte das UNO-Kindeshilfswerk in einem Bericht mit. Allein in der Provinz Kasaï sei jedes zehnte Kind unter fünf Jahren betroffen.

Laut UNICEF-Sprecher Christophe Boulierac werden dringend Spenden und Lebensmittel benötigt: "770.000 Kinder leiden unter akuter Mangelernährung, 400.000 von ihnen sind so schwer unterernährt, dass ihr Leben in Gefahr ist. Sie könnten jederzeit sterben und sind sehr schwach. Das sind keine neuen Zahlen. Es ist sehr ernst und wir möchten betonen, dass uns die Mittel fehlen."

Mehr als 70 Millionen Euro seien nötig, um die Kinder in Kasaï zu retten. In der kongolesischen Krisenprovinz bekämpfen sich seit Jahren verschiedene Milizen und staatliche Sicherheitskräfte. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

Nachdem sich in einigen Regionen die Lage beruhigt hat, kehren immer mehr Bewohner in ihre oft komplett zerstörten Dörfer zurück – und stehen dort vor dem Nichts.

Tausende Kinder wurden laut UNICEF in Kasaï von bewaffneten Gruppen rekrutiert. Die Milizen in der Region bestünden zu 60 Prozent aus Kindern und Jugendlichen unter 18.