4 Zitate von Netflix Chief Content Officer

Motley Fool Investmentanalyst

Die die Investoren von Netflix (WKN:552484) haben sich auf eine spannende Reise begeben. Im dritten Quartal 2017 steigerte der Streaming-Pionier seine Abonnentenzahl auf 109 Millionen, ein Plus von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig steigerte das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 30 % auf 2,98 Milliarden US-Dollar.

Es gab berechtigte Bedenken über die zunehmende Schuldenlast und den negativen Cashflow des Unternehmens, so dass die Investoren nach jedem Hinweis des Unternehmens suchen, dass seine Strategie weiterhin Früchte tragen wird.

Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, hielt den Keynote-Vortrag auf der 45th Annual Global Media and Communications Conference von UBS und meldete einige interessante Dinge zur Lage der Branche und zur Zukunft von Netflix. Diese vier Zitate geben Aufschluss darüber, wie es mit dem Unternehmen von hier aus weitergeht.

Die Kosten ins rechte Licht rücken

Netflix trifft immer Entscheidungen über die Ausgaben für Inhalte, und die Kosten für einige Programmierungen werden übermäßig hoch angesetzt. Ein Beispiel ist das sehr erfolgreiche Original “The Crown”, das als „eines der aufwendigsten Fernsehdramen aller Zeiten“ bezeichnet wurde. Sarandos wies darauf hin, dass der Großteil der Presse das Budget betraf, das Berichten zufolge über 100 Millionen US-Dollar war.

Sarandos wies darauf hin, dass Kosten nicht notwendigerweise die beste Wertermittlung sind:

Die Wahrheit ist, dass es eine unserer effizientesten Shows ist. Relativ zu den Zuschauern und seiner Fähigkeit, Abonnenten anzuziehen und Abonnenten zu binden. Es ist einer unserer effizientesten Verwendungszwecke für das Geld, das wir für The Crown ausgegeben haben.

Disney wird zum Streaming-Konkurrenten

Ab 2017 ermöglichte eine Vereinbarung mit The Walt Disney Company (WKN:855686) Netflix, die exklusive Streaming-Plattform für eine Vielzahl von Disney-Inhalten zu werden. Darüber hinaus versorgte es Netflix mit Charakteren für einige seiner beliebtesten selbstproduzierten Shows, darunter Marvels Daredevil, Jessica Jones und Luke Cage, die in den kürzlich veröffentlichten The Defenders gipfelten. Diese Partnerschaft wird bald zu Ende gehen.

Im August kündigte Disney an, dass es einen Streaming-Service mit eigener Marke sowie einen für sein Sportnetzwerk ESPN einführen und den exklusiven Content-Deal mit Netflix beenden werde.

Sarandos wurde gefragt, was das für das Unternehmen und den Markt bedeutet. Seine Antwort:

Was Disney, das direkt zum Verbraucher geht, bedeutet, weiß ich nicht wirklich, und ich bin nicht sicher, dass sie es auch tun. Ich weiß, dass sie eine Vorgeschichte beim Direktverkauf von fast allem haben, mit dem sie zu tun haben… und Disney war immer sehr gut darin, die magische Formel dafür herauszufinden.

Sarandos stimmte zu, dass Disney aufgrund seiner ikonischen Charaktere einzigartig qualifiziert sei, diesen Schritt zu gehen. Er merkte an, dass das Unternehmen einige „Killer-Marken“ geschaffen habe und sehr wohl ein Unternehmen sei, zu dem die Kunden kommen. Sarandos sagte, es bleibe abzuwarten, ob Disney weiterhin einige Inhalte wie “The Defenders “ und “The Punisher” an Netflix lizenzieren werde, oder ob es sein gesamtes Portfolio inhouse bringen würde.

Der Quartalsbericht

House of Cards war Netflix‘ erste selbstproduzierte Originalserie und wurde zum ersten Hit des Unternehmens. Der Erfolg dieses ersten Vorhabens überzeugte das Unternehmen von der Tragfähigkeit seiner Contentstrategie. Seit dem Skandal um den Star Kevin Spacey ist die sechste Staffel des Polit-Thrillers auf Eis gelegt.

Sarandos dazu:

Wir haben eine Vereinbarung getroffen, um eine sechste Staffel von House of Cards zu produzieren. Es wird eine 8-teilige Staffel. Die Produktion wird Anfang 2018 beginnen, und zwar ohne Kevin Spacey und mit Robin Wright als Hauptdarstellerin.

Mehr Spielfilme

Netflix hat kürzlich bekannt gegeben, dass es die Anzahl der produzierten Filme signifikant erhöhen würde und 2018 satte 80 Spielfilme herausbringen würde. Auf die Frage nach Filmen als Teil des Content-Mixes antwortete Sarandos:

Ziemlich zuverlässig, ein Drittel aller Netflix-Übertragungen sind Filme. An den meisten Orten der Welt und seit Beginn unserer Streaming-Initiative vor über zehn Jahren. Also denke ich, dass die Leute bei uns nach Filmunterhaltung Ausschau halten.

Laut Sarandos würden diese Filme bei Größe und Aufwand variieren, von einem einmaligen „Millionen-Dollar-Sundance-Hit“ bis hin zu „großen Event-Filmen“ wie dem Martin-Scorsese-Gangsterfilm “The Irishman”, der ein geschätztes Produktionsbudget von 125 Millionen US-Dollar hat. Der Film, in dem Robert De Niro, Harvey Keitel und Joe Pesci die Hauptrollen spielen, soll 2019 veröffentlicht werden.

Insgesamt sorgte Sarandos in seinem Auftritt für keine bahnbrechenden Überraschungen. Seine Kommentare zeigen, dass Netflix nach wie vor die gleiche Strategie verfolgt, die das Unternehmen so weit gebracht hat: großartiger Content, den die Abonennten ansehen können, wann sie wollen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix und Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 12.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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