4 Sätze in der "Zeit" zeigen, wie radikal sich Deutschland verändert hat

Sebastian Christ
Eine Seenotretterin und das Stück der

Kein anderer Medientext hat in den vergangenen Wochen mehr Wirbel ausgelöst als ein Meinungsstück aus der aktuellen Ausgabe der “Zeit”. Unter der Überschrift “Oder soll man es besser lassen?” argumentiert die Politikjournalistin Mariam Lau, warum es aus ihrer Sicht besser sei, wenn  freiwillige Helfer auf die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer verzichteten.

Lau bringt durchaus plausible Argumente, warum der aktuelle Umgang mit den Flüchtlingen auf dem Mittelmeer auch negative Folgen hat. Zum Beispiel eine Förderung des Schlepperwesens.

► Das Problem: Lau suggeriert in ihrem Text, dass wegen dieser negativen Folgen die Rettung der Flüchtlinge durch private Helfer unterbleiben sollte. Die Folge wäre aktuell: Mehr Flüchtlinge als ohnehin schon würden ertrinken.

Der renommierte Kommunikationswissenschaftler Klaus-Dieter Altmeppen nannte den Text “schlichten Populismus”. Ganz Unrecht hat er damit nicht.

Womöglich zeigt uns der Artikel aber noch etwas anderes: Wie weit die Diskussion um Migration und Flüchtlinge die deutsche Gesellschaft nach rechts gerückt hat und dass im Jahr 2018 selbst in einer linksliberalen Zeitung ehemals der Rechten vorbehaltene Argumente und Vorurteile Platz finden.

Das lässt sich anhand von vier Zitaten aus Mariam Laus Artikel gut aufzeigen.

1. 

Das Ertrinken im Mittelmeer ist ein Problem aus der Hölle, ein politisches Problem, zu dessen Lösung die private Seenotrettung null und nichts beizutragen hat.

Schon zu Beginn des Textes deutet sich an, auf welch dünnes Eis sich die Autorin begibt. Oder war es am Ende die steile Überschrift (“Oder soll man es lassen?”), die...

Weiterlesen auf HuffPost