4 fatale Investment-Fehler, die wir 2021 vermeiden können!

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Jeder, der in Einzelaktien investiert, hat in der Anfangszeit sehr wahrscheinlich Geld verloren. Meist überschätzen wir unser Können oder denken, wenn wir sekündlich alle Infos und Kurse verfolgen, könnte nichts passieren. Dies ist bereits der erste Fehler, denn große Veränderungen passieren meist über Nacht oder am Wochenende, wenn wir nicht handeln können.

Nur sehr wenigen Anlegern, wie Warren Buffett, gelang es, die Börse und einzelne Investments von Beginn an zu durchdringen und alle Risiken gut abschätzen zu können. Hier sind einige der häufigsten Fehler und wie wir sie meiden können.

1) Die Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben

Wenn wir in eine Aktie investieren, schauen wir uns meistens zuallererst ihre bisherige Entwicklung an. Wir nehmen an, wenn sie sich in der Vergangenheit stark entwickelt hat, muss sie doch auch in der Zukunft gut abschneiden.

Dies kann der Fall sein, trifft aber sehr häufig auch nicht zu. Wer dachte beispielsweise 1999, dass Aktien nur ein Jahr später stark fallen würden? Ähnlich verhielt es sich mit der Deutschen Telekom (WKN: 555750)-Aktie und vielen anderen stark steigenden Aktien zu dieser Zeit.

Wir sollten uns stattdessen immer fragen, wie ein Kurs-Chart eigentlich zustande kommt. Er spiegelt langfristig im Grunde die operative Gewinnentwicklung eines Unternehmens wider. Zwischenzeitlich weichen die Kurse jedoch teilweise drastisch von der fundamentalen Entwicklung ab.

2) Planloses Handeln

Erfolgreiche Investoren, wie Warren Buffett und Peter Lynch, geben ganz offen zu, dass Einzelaktien für Menschen, die nicht wissen, was sie tun, sehr gefährlich sein können. Bevor wir also mit dem Investieren in Aktien beginnen, sollten wir 1) sehr genau wissen, ob unsere Strategie funktioniert, 2) wie sie funktioniert und 3) welche Risiken sie birgt.

Wir können uns dies sehr gut in einem Musterdepot selber veranschaulichen und mit der Zeit genau beobachten, was wir falsch und richtig gemacht haben. Auf keinen Fall sollten wir davon ausgehen, zu Beginn gleich alles richtig zu machen. Neue Dinge sollten wir immer zuerst probieren und dann später echtes Geld investieren.

3) Zu hohe Risiken

Aktien können sehr stark schwanken. Selbst der Gesamtmarkt ist historisch gesehen in manchen Situationen schon fast 90 % gefallen. Wir sollten deshalb stets darauf bedacht sein, die Risiken eher zu verringern, statt sie zu vergrößern.

So wird beispielsweise heute der gehebelte Handel angeboten, was nichts anderes als einen Aktienkauf auf Kredit bedeutet. Wir setzen Geld ein, das wir eigentlich nicht besitzen. In den meisten Fällen gehen diese Experimente früher oder später schief, besonders wenn wir mit Futures oder CFDs arbeiten, wo die Verlustrisiken unlimitiert sind.

Warren Buffett hat schon viele gehebelte Investoren pleitegehen sehen und warnt deshalb davor.

4) Kaufen und unkontrolliert halten

Kaufen und halten kann eine gute Idee sein. Beispielsweise können wir in der Krise in ETFs investieren, die auf große Indizes setzen und sie dann langfristig halten. In der Vergangenheit hat diese Methode bisher immer funktioniert.

Bei Einzelaktien werden wir damit jedoch eine böse Überraschung erleben, weil Unternehmen zwischenzeitlich häufig in starke Schwierigkeiten geraten. Deshalb müssen wir uns bei Einzelwerten vorher immer genau festlegen, an welchem Punkt wir verkaufen, denn es ist unmöglich, mit jeder Aktie Gewinn zu erzielen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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