4 Aktien, die Milliardäre im Q2 ohne Ende gekauft haben

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Wichtige Punkte vorab:

  • 13F-Einreichungen zeigen, was die klügsten Köpfe an der Wall Street im letzten Quartal gekauft und verkauft haben.

  • Milliardenschwere Profis kauften im zweiten Quartal Anteile an einer Reihe schnell wachsender Unternehmen.

So, liebe Leute: Es ist wieder so weit. Neulich endete die Frist für Investmentfirmen, Hedgefonds und schwerreiche Anleger, das Formular 13F bei der Securities and Exchange Commission (SEC) einzureichen. Das ist für alle Unternehmen oder Personen vorgeschrieben, die ein Vermögen von mindestens 100 Mio. US-Dollar verwalten.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bietet ein 13F eine Momentaufnahme dessen, was die klügsten Köpfe an der Wall Street im vorangegangenen Jahr ge- bzw. verkauft haben. Obwohl es sich schon um eine veraltete Momentaufnahme handelt, die zum Zeitpunkt der SEC-Einreichung mindestens sechs Wochen alt sein kann, bietet sie dennoch einen Einblick in die Aktien und Trends, die die großen Vermögensverwalter anstreben oder meiden könnten.

Bei der Durchsicht der 13F-Daten des Aggregators WhaleWisdom.com wurde deutlich, dass Wachstumsaktien immer noch sehr im Fokus der Profis stehen. Tatsächlich kauften Milliardäre die folgenden vier Aktien im zweiten Quartal quasi ohne Ende.

Amazon

Einer der beliebtesten Neuzugänge im zweiten Quartal war der E-Commerce-König Amazon (WKN: 906866). Obwohl alle 13F-Einreicher im zweiten Quartal netto nur 1,5 Millionen Aktien kauften, war die Aktie ein beliebter Kauf bei den Großen.

Jeff Yass’ Susquehanna International, Ole Andreas Halvorsens Viking Global Investors und Jim Simons Renaissance Technologies kauften im zweiten Quartal 334.200 Aktien, 293.150 Aktien bzw. 244.800 Aktien. Amazon ist mit fast 5 % des Portfolios die größte Beteiligung von Viking.

Die Logik hier ist ziemlich einfach zu verstehen: Amazon ist in zwei wachstumsstarken Nischen absolut dominant. Einem Bericht von eMarketer vom April zufolge wird das Unternehmen im Jahr 2021 voraussichtlich einen Anteil von 40,4 % an den Online-Einzelhandelsumsätzen in den USA haben und damit über 33 Prozentpunkte mehr als der nächstfolgende Konkurrent.

Auch wenn die Gewinnspannen im Online-Einzelhandel nicht gerade berauschend sind, konnte Amazon seinen Erfolg monetarisieren, indem es 200 Millionen Menschen weltweit für eine Prime-Mitgliedschaft gewinnen konnte. Die von Prime-Mitgliedern eingenommenen Gebühren in zweistelliger Milliardenhöhe tragen dazu bei, die Gewinnspannen zu erhöhen. Sie sorgen dafür, dass Amazon die Preise des stationären Einzelhandels unterbieten kann.

Ebenso dominant ist Amazon im Bereich der Cloud-Infrastrukturdienste. Einem Bericht von Canalys zufolge kontrollierte Amazon Web Services (AWS) im ersten Quartal 2021 fast ein Drittel aller weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastruktur. Da die Gewinnspannen bei Clouddiensten um ein Vielfaches höher sind als im Einzelhandel, dürfte AWS zusammen mit Abonnementdiensten und Werbung dazu beitragen, den operativen Cashflow des Unternehmens bis 2025 mehr als zu verdoppeln.

Coinbase Global

Eine weitere beliebte Aktie bei Milliardären im zweiten Quartal war die Kryptowährungsbörse und das Ökosystem Coinbase Global (WKN: A2QP7J). Da Coinbase Mitte April an die Börse ging, gibt es keinen Vergleich zu Q1. Die 13F-Akteure erwarben jedoch 43,6 Millionen Aktien, wobei Tiger Global Management von Chase Coleman, Citadel Advisors von Ken Griffin und BlackRock von Larry Fink jeweils 2,63 Millionen Aktien, 1,01 Millionen Aktien und rund 741.000 Aktien im zweiten Quartal kauften.

Warum Coinbase? Die einfache Antwort ist, dass Coinbase die beliebteste Kryptobörse unter den Anlegern ist und eine steigende Nachfrage verzeichnet, da der Preis von Bitcoin und Ethereum stark ansteigt. Zum Vergleich: Die Zahl der monatlichen Transaktionen auf der Plattform stieg von 1,5 Millionen im zweiten Quartal 2020 auf 8,8 Millionen im letzten Quartal. Gleichzeitig stiegen die Gewinne im Jahresvergleich von 32 Mio. US-Dollar auf 1,61 Mrd. US-Dollar. Je mehr Aufregung es im Kryptobereich gibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass Coinbase davon profitieren wird.

Auf der anderen Seite gibt es im Krypto-Brokerage-Bereich keine Eintrittsbarriere. Eine andere Plattform könnte die Transaktions- oder Servicegebühren von Coinbase leicht unterbieten.

Ebenso besorgniserregend ist die Tatsache, dass Bitcoin in der Vergangenheit einen erheblichen Teil seines Wertes verloren hat. Das letzte Mal, als Bitcoin 80 % seines Wertes einbüßte, haben sich die Einnahmen von Coinbase fast halbiert. Diese Investition ist sicherlich nicht ohne Risiko.

Snowflake

Auch das Cloud-Data-Warehousing-Unternehmen Snowflake (WKN: A2QB38) war beliebt. Insgesamt haben die 13F-Einreicher 7,8 Millionen neue Aktien aufgenommen, wobei 184,6 Millionen Aktien nun von institutionellen Investmentfirmen, Hedgefonds oder sehr wohlhabenden Privatpersonen gehalten werden.

Herausragend sind jedoch die Käufe von Tiger Global, BlackRock und Renaissance Technologies, die sich auf 1,96 Mio. Aktien, 1,71 Mio. Aktien bzw. 642.700 Aktien belaufen. Renaissance setzt damit zum ersten Mal auf Snowflake.

Für Snowflake sprechen die Wettbewerbsvorteile des Unternehmens. Während die meisten Cloud-Service-Anbieter auf der Grundlage von Abonnements abrechnen, hat sich Snowflake für eine Pay-as-you-go-Plattform entschieden. Dadurch, dass die Kunden auf der Grundlage der von ihnen genutzten Speicher- und Snowflake Compute Credits abgerechnet werden, entsteht eine transparentere Erfahrung.

Außerdem ist die Snowflake-Plattform auf die beliebtesten Cloud-Infrastrukturanbieter aufgesetzt. Dies ermöglicht Snowflake-Mitgliedern eine einfache gemeinsame Nutzung von Daten, auch über konkurrierende Plattformen hinweg.

Es lässt sich auch nicht leugnen, dass Snowflake schneller wächst als praktisch alle Cloud-Service-Unternehmen. Der Produktumsatz hat sich im April-Quartal mehr als verdoppelt, wobei bestehende Kunden im Vergleich zum Vorjahr 68 % mehr ausgeben.

Allerdings ist die Bewertung zum 74-Fachen des für das Geschäftsjahr 2022 prognostizierten Umsatzes ebenfalls sehr hoch. Es könnte Jahre dauern, bis Snowflake in der Lage ist, seiner hohen Bewertung gerecht zu werden.

Zoom Video Communications

Viertens und letztens kauften Milliardäre Aktien der cloudbasierten Webkonferenzplattform Zoom Video Communications (WKN: A2PGJ2). Die Gesamtzahl der von 13F-Einreichern gehaltenen Aktien stieg um fast 11 % auf 138 Millionen. Die bemerkenswertesten Käufe kamen jedoch von Tiger Global, John Overdecks und David Siegels Two Sigma Investments und Philippe Laffonts Coatue Management. Diese drei kauften im zweiten Quartal 1,83 Millionen Aktien, fast 257.000 Aktien bzw. fast 255.000 Aktien.

Da sich der Aktienkurs von Zoom im zweiten Quartal gegenüber seinem Allzeithoch im Oktober 2020 praktisch halbiert hat, hielten es die Milliardäre für angemessen, hier einzusteigen. Selbst wenn die Rückkehr zu einer gewissen Normalität die Wachstumsrate verlangsamt, hat die Plattform von Zoom eindeutig bewiesen, dass sie das hybride Arbeitsmodell verbessern und Projekte in jedem wirtschaftlichen Umfeld am Laufen halten kann.

Milliardäre sollten sich auch darüber freuen, dass Zoom mit Übernahmen in die Offensive geht. Letzten Monat kündigte das Unternehmen einen 14,7-Milliarden-Dollar-Deal zur Übernahme des Cloud-Contact-Center-Softwareunternehmens Five9 an, der ausschließlich auf Aktien basiert. Dieser Kauf fügt sich nahtlos in das Ökosystem der kundenorientierten Dienstleistungen ein und verschafft Zoom Zugang zum 24-Milliarden-Dollar-Markt für Cloud-Contact-Center.

Abschließend sei noch erwähnt, dass CEO und Gründer Eric Yuan einen großen Anteil an seinem Unternehmen hält. Unternehmen, an denen die Gründer beteiligt sind und einen großen Anteil am Unternehmen haben, entwickeln sich in der Regel recht gut.

Der Artikel 4 Aktien, die Milliardäre im Q2 ohne Ende gekauft haben ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Bitcoin, Ethereum, Five9, Snowflake Inc. und Zoom Video Communications. Sean Williams besitzt Aktien von Amazon. Dieser Artikel erschien am 19.8.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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