"Phänomenaler Spieler“: NBA feiert deutschen Rookie

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"Phänomenaler Spieler“: NBA feiert deutschen Rookie
"Phänomenaler Spieler“: NBA feiert deutschen Rookie

Shaquille O‘Neal, Dennis Scott, Franz Wagner: Der deutsche Basketball-Shootingstar wird jetzt mit zwei großen Helden der Orlando Magic in einem Atemzug genannt - zumindest in einer Statistik. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Als erst dritter Rookie der Franchise-Geschichte erzielte Wagner beim 110:127 gegen die Milwaukee Bucks in einem Spiel 38 Punkte.

Den absoluten Bestwert seiner noch jungen Karriere und die anschließenden Lobeshymnen konnte der ehrgeizige Berliner aber nicht so recht genießen.

Sogar Gegenspieler gratuliert Franz Wagner

„Es ist cool, dass ich ein gutes Spiel hatte. Aber ich wollte den Sieg“, sagte der 20-Jährige leicht geknickt.

Auch die persönlichen Glückwünsche von Bucks-Center DeMarcus Cousins, der selbst vor einigen Jahren ein NBA-Superstar war, während des Spiels nahm Wagner nur widerwillig an.

„Er hat mir zum Spiel gratuliert“, berichtete Wagner: „Ich sagte: Danke, das ist definitiv eine coole Geste. Aber ich hätte lieber das Spiel gewonnen.“ (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Die 28. Niederlage im 35. Saisonspiel schmerzte Wagner im ersten Moment sehr, bei der Pressekonferenz schien er nur ungern über seinen Karriere-Höchstwert sprechen zu wollen.

Doch mit ein wenig Abstand wird auch er stolz auf das zurückblicken, was ihm vor 16.696 Zuschauern im Amway Center gelungen ist.

Wagner von der Freiwurflinie fehlerlos

Der Small Forward erreichte nicht nur die bislang beste Punkteausbeute eines NBA-Rookies in dieser Saison, er überzeugte auch mit anderen Statistik-Werten: sieben Rebounds (sechs in der Defensive), eine 100-prozentige Freiwurfquote (zehn von zehn), drei Assists.

Für seine Teamkollegen, darunter auch der vier Jahre ältere Bruder Moritz, kam die Leistungsexplosion nicht mehr überraschend. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

„Es war nur eine Frage der Zeit, Franz ist ein phänomenaler Spieler“, sagte Wendell Carter Jr., der den jungen Deutschen zuletzt immer wieder starkgeredet hatte: „Am Anfang der Saison hatte ich das Gefühl, dass er Probleme mit seinem Selbstbewusstsein hatte, und ich habe ihm gesagt: Wir haben dich nicht umsonst gedraftet, zeig einfach, was du kannst. Das ist erst der Anfang für ihn, er hat ein enormes Potenzial.“

Orlando hatte den früheren Profi von ALBA Berlin im diesjährigen Draft an achter Stelle gezogen. Ein guter Griff: Mit durchschnittlich 15,6 Punkten liegt Wagner im Rookie-Ranking der NBA ganz vorne.

Sein Chefcoach Jamahl Mosley schwärmte von Wagners Entschlossenheit, seinem Zug zum Korb, dem Ehrgeiz und seiner „Fähigkeit, das Spiel zu lesen“.

Zehn Punkte mehr als Antetokounmpo

Hinzu kommen die Führungsqualitäten, über die Wagner auch im jungen Alter bereits verfügt. An ihm richteten sich die Teamkollegen im dritten und vierten Viertel auf, als er besonders heiß lief und Milwaukee in arge Bedrängnis brachte.

Für den Überraschungssieg reichte es dennoch nicht, auch, weil Bucks-Superstar Giannis Antetokounmpo, an Weihnachten aus dem COVID-19-Protokoll zurückgekehrt, mit 28 Punkten erfolgreich war.

Das waren zehn Punkte weniger als Wagner. Der hätte den persönlichen Sieg gegen den „Greek Freak“ aber liebend gerne gegen einen Sieg eingetauscht.

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