360°: Vom Lager ins Klassenzimmer

Lauf Unicef leben etwa 20.000 Flüchtlingskinder in Griechenland. Einige wohnen schon in den Städten, andere immer noch in Behelfsunterkünften. Die Kinder aus den Flüchtlingslagern wurden seit Oktober nach und nach in das griechische Schulwesen einbezogen. Zuvor bekamen sie nur informellen Unterricht in den Lagern. In den vergangenen Monaten wurden bis Ferienbeginn rund 2.500 Kinder aus 32 Lagern täglich für Unterricht am Nachmittag mit Bussen in über neunzig griechische Schulen im Umkreis gefahren.

Das sind gut achtzig Prozent aller Kinder, die in Flüchtlingsunterkünften auf dem griechischen Festland untergebracht sind. Das Schulbusprojekt, das ihren Transport ermöglichte, wurde von der Abteilung der EU-Kommission für Humanitäre Hilfe finanziert und von der Internationalen Organisation für Migration, einer UN-Agentur, durchgeführt.

Die Lehrer erzählten uns, dass einige Kinder in ihrer Heimat noch nie eine Schule besuchten. Zu Beginn des Projekts war die Fahrt vom Flüchtlingslager zur Schule so aufregend für die Kinder, dass sie kaum im Zaum zu halten waren. Nach und nach haben sie sich daran gewöhnt. Die Avlona-Grundschule nahm in diesem Jahr zwanzig Flüchtlingskinder auf. Die Leiterin erklärte uns, die Schule habe das Knowhow, einen Zeitplan und die Bereitschaft, die Kinder zu integrieren.

Laut Bildungsministerium werden die Flüchtlingskinder aus den Lagern nach den Ferien im September zusammen mit den griechischen Kindern am regulären Unterricht am Morgen teilnehmen.