36 Regierungsgegner in Venezuela freigelassen

In Venezuela sind 36 inhaftierte Regierungsgegner zu Weihnachten freigelassen worden. Die Verfassungsgebende Versammlung hatte sich als Geste der Versöhnung für die Freilassung von 80 inhaftierten Regierungsgegnern ausgesprochen

In Venezuela sind 36 inhaftierte Regierungsgegner zu Weihnachten freigelassen worden. Sie kamen zwischen Samstagabend und Sonntagvormittag auf freien Fuß, wie die Menschenrechtsorganisation Foro Penal mitteilte. Die Verfassungsgebende Versammlung des Landes hatte sich für die Freilassung von 80 inhaftierten Regierungsgegnern ausgesprochen, als Geste der "Versöhnung" im Konflikt zwischen der Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro und der Mitte-rechts-Opposition.

Unter den Freigelassenen ist auch der Bürgermeister der Stadt Irribarren, Alfredo Ramos, der Ende Juli festgenommen und zu 15 Monaten Haft verurteilt worden war. "Ich bin glücklich, frei zu sein, ich bin mit meiner Familie", sagte er bei seiner Freilassung. "Das war eine harte, schwierige Belastungsprobe. Es war eine willkürliche, ungerechte Haft. Ich habe nichts verbrochen."

Die Opposition hatte in den vergangenen Tagen die Freilassung aller "politischer Gefangener" vor Weihnachten gefordert. Foro Penal bezifferte deren Zahl vor den Freilassungen vom Wochenende auf 268. Einige der Regierungsgegner wurden schon bei Protesten gegen die Regierung im Jahr 2014 festgenommen, andere bei den Straßenprotesten im Frühjahr und Sommer dieses Jahres, bei denen 125 Menschen getötet wurden.

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Maduro für die Misere verantwortlich.