36-Jähriger vor Gericht: Seniorin wurde in der eigenen Küche vergewaltigt

Die mehrfache Großmutter sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Ungewöhnliches Stühlerücken in Saal 10 des Kölner Landgerichts. Fürsorglich schiebt der Vorsitzende Richter Jan Orth am Zeugentisch zusätzliche Sitzmöbel zurecht, um dem traumatisierten Opfer später die Aussage so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ausschluss der Öffentlichkeit

Die 78 Jahre alte Frau war in ihrer eigenen Wohnung Opfer einer Sexualstraftat geworden. Zum Schutz ihrer Intimsphäre wird auf Antrag ihrer Anwältin die Aussage der mehrfachen Großmutter unter Ausschluss der Öffentlichkeit aufgenommen.

Zuvor hatte der Richter erklärt, er werde die Vernehmung des Opfers, das noch nie einen Gerichtssaal betreten hat, sozusagen von Angesicht zu Angesicht führen und die Richterbank verlassen, um ihr bei dem Gespräch entgegenzukommen.

Die Tat geschah im Februar dieses Jahres um die Mittagszeit in Kalk. Thea S. (Name geändert) hatte die Wohnungstür offen stehen lassen und war nur kurz zum Briefkasten gegangen. Als sie mit der Post zurückkehrte, stand der Angeklagte im Hausflur und bat um ein Glas Wasser.

In der Küche überrumpelt

Die hilfsbereite Seniorin kam dem Wunsch nach und wurde von ihm in der Küche überrumpelt. Laut Anklage schlug der Täter aufs Heftigste auf die Frau ein, zog ihr die Unterwäsche aus, begutachtete ihre „gepflegten Füße“ und vergewaltigte sie. Weil sie dabei laut um Hilfe schrie, hielt er ihr den Mund zu, ehe er flüchtete.

Nur wenige Minuten später erschien die Tochter des Opfers, denn die beiden hatten sich zum Mittagessen verabredet. Die offensichtlich verletzte und völlig derangierte Seniorin wollte zunächst nicht über die Geschehnisse sprechen, weil sie sich so sehr schämte.

Als die Tochter jedoch darauf bestand, sie sofort ins Krankenhaus zu bringen, wo die Ärzte Hämatome am ganzen Körper feststellten, vertraute sich die Seniorin den Medizinern an.

Fingerabdrücke am Tatort

Mehr als eine Woche später war der Angeklagte festgenommen worden. Er hatte am Tatort Fingerabdrücke hinterlassen, die bereits bei der Polizei gespeichert waren. Zudem hatte die Polizei mit einem Phantombild öffentlich nach ihm gefahndet.

Der 36 Jahre alte Angeklagte besitzt sowohl die türkische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft und ist wiederholt wegen Drogendelikten aufgefallen. Bei seiner polizeilichen Vernehmung hatte er erklärt, sich an die Tat nicht erinnern zu können.

Der Angeklagte schweigt

Im Prozess will er auf Anraten seines Anwaltes zunächst schweigen und offensichtlich abwarten, wie konkret das Opfer das Geschehen zu Protokoll gibt.

Am nächsten Verhandlungstag wird die Tochter gehört werden, die ihre Mutter nach dem Überfall völlig aufgelöst in der Wohnung aufgefunden hatte....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta