36 Grad in der Bahn: CDU will Kennzeichnung für temperierte KVB-Züge

Nur etwa die Hälfte der KVB-Züge ist mit Temperieranlagen ausgestattet.

Die Fahrgäste steigen in die KVB-Linie 1 und stöhnen, es ist heiß und stickig. Sie wischen sich den Schweiß von der Stirn, fächern sich Luft ins Gesicht. Das Thermometer zeigt 36,6 Grad Celsius an. Die 33 Grad Außentemperatur sind im Vergleich dazu fast schon erfrischend.

„Wir wissen, dass es für die Fahrgäste keine angenehme Situation ist, aber kurzfristig können wir nichts daran ändern“, sagt KVB-Sprecher Matthias Pesch. Nur etwa die Hälfte der KVB-Bahnen ist mit Temperieranlagen ausgestattet, die die Umgebungstemperatur ab 23 Grad um etwa drei Grad herunterkühlen.

Aufrüsten der Bahnen oft nicht möglich

Im Gegensatz zu Klimaanlagen reduzieren sie dabei nicht die Luftfeuchtigkeit, was unter Umständen als unangenehm empfunden werden kann. Auf den Dächern mancher älterer Bahnmodelle der KVB ist aber auch für sie kein Platz.

Anderen Fahrzeugen sind die Temperieranlagen zu schwer, die gesamte Statik müsste nachgerüstet werden. Die entsprechenden Modelle werden aber ohnehin in den nächsten zehn Jahren aus dem Betrieb genommen oder umgebaut. Auch der Einbau von Klimaanlagen rechnet sich nicht, da sie erheblich mehr Energie verbrauchen.

Die CDU in der Bezirksvertretung Innenstadt schlägt in einem Eilantrag vor, die mit Temperieranlagen ausgestatteten Bahnen klar zu kennzeichnen. Es herrsche oft extreme Hitze, die für ältere Menschen gesundheitsgefährdend sein könne, heißt es in der Begründung. Anhand der Kennzeichnung, „zum Beispiel mit dem Buchstaben »K« nach der Liniennummer“, sei es Senioren und Menschen mit Hitzeempfindlichkeit möglich, eine Bahn mit Kühlung abzuwarten. Die Begründung der Eilbedürftigkeit des Antrags fällt denkbar kurz aus: „Derzeit akute Hitze.“

Kölner müssen auch weiterhin schwitzen

KVB-Sprecher Pesch teilt dazu mit: „Wir können uns grundsätzlich vorstellen, unsere Bahnen, die mit einer Temperieranlage ausgestattet sind, besonders zu kennzeichnen.“ Wie das am besten umgesetzt werden könne, müsse geprüft werden.

Erst in einigen Jahren werden sämtliche KVB-Bahnen mit einer Temperieranlage ausgestattet sein. „Bis dahin muss in der ein oder anderen Bahn noch ein wenig geschwitzt werden“, heißt es in einem Blogeintrag der KVB. Und Tipps gibt es dort auch zu lesen. „Ihr steigt im Zweifel aus und wartet auf die nächste Bahn, die eventuell mit einer Anlage ausgestattet ist. Manchmal hilft es, durch das Fahrzeug zu laufen – da manche Bereiche angenehmer/ kühler sind als andere.“

Jenen, denen es endgültig reicht, in vollgestopften Bahnen zu schwitzen, wird noch das KVB-Rad ans Herz gelegt, „bei dem Euch dann zumindest die laue Sommerluft um Ohren und Nase weht.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta