340 Millionen Dollar Hilfszusagen bei Geberkonferenz zu Rohingya-Krise

Rohingya-Flüchtlinge in einem Lager in Bangladesch

Bei einer internationalen Geberkonferenz für die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch haben die Teilnehmer Hilfsgelder in Höhe von 340 Millionen Dollar zugesagt. UN-Katastrophenhilfe-Koordinator Mark Lowcock sprach am Montag in Genf von einem "ermutigenden" Ergebnis. Er rechne mit weiteren Zusagen in den kommenden Tagen. Zugleich betonte Lowcock, die bereits zugesagten Hilfen - umgerechnet 290 Millionen Euro - müssten "so bald wie möglich" fließen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass für den Umgang mit der Rohingya-Flüchtlingskrise bis kommenden Februar Hilfen in Höhe von 434 Millionen Dollar (etwa 370 Millionen Euro) nötig sein werden. Die Gelder sollen hauptsächlich Bangladeschs Grenzregion Cox's Bazar zugutekommen - dort leben hunderttausende Flüchtlinge der muslimischen Rohingya-Minderheit aus Myanmar.

Der Chef der Internationalen Organisation für Migration, William Lacy Swing, sprach bei der von UNO, EU und Kuwait organisierten Geberkonferenz von der "am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise der Welt." Die Lage sei "ein Albtraum".

Die Europäische Union sagte zum Auftakt der Geberkonferenz zusätzliche Hilfen in Höhe von 30 Millionen Euro zu. Nach Angaben des für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissars Christos Stylianides soll mit den EU-Geldern eine Grundabsicherung wie etwa die Versorgung mit Wasser, Sanitäreinrichtungen und Medizin gewährleistet werden.

Der Konflikt zwischen der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung und der muslimischen Minderheit in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten.

Myanmars Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen an.