30 Tage Krise in Katalonien – ein Überblick der Ereignisse

Die vergangenen 30 Tage haben in Spanien Geschichte geschrieben.

Die Krise begann zwar schon vor dem 1. Oktober, doch spätestens nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen spanischen Polizisten und Unabhängigkeitsbefürwortern während des Referendums wurde das Ausmaß des Konfliktes deutlich.

Die Zentralregierung in Madrid hatte die Abstimmung für verfassungswidrig erklärt und versucht, ihre Durchführung zu verhindern.

Offiziellen Angaben zufolge stimmten zwei Millionen Katalanen für die Abspaltung von Spanien.

Daraufhin demonstrierten mehrere Hunderttausend Menschen für und gegen die Unabhängigkeit. Sogar König Felipe, der sich traditionell nur an Weihnachten an das Volk wendet, hielt eine Rede für die Einheit Spaniens.

Auch wirtschaftlich kriselt es in Katalonien: Mehrere Unternehmen entschieden, ihre Hauptsitze zu verlegen, darunter Banco Sabadell und Caixabank.

Mehr als eine Woche nach dem Referendum erklärte der Regierungschef Carles Puigdemont Katalonien für unabhängig, setzte den Prozess aber auf der Suche nach dem Dialog mit Madrid vorerst aus.

Die Rajoy-Regierung zog daraufhin öffentlich in Betracht, Artikel 155 der spanischen Verfassung auszulösen und die Regionalregierung in Barcelona zu entmachten.

Knapp eine Woche später stimmte das katalanische Parlament für die Unabhängigkeit. Daraufhin löste der spanische Senat das Parlament in Barcelona auf und entmachtete die Regierung und ihren Chef Puigdemont.

Rajoy rief für Katalonien Neuwahlen aus. Sie sollen am 21. Dezember abgehalten werden.

Ein neues Kapitel beginnt in Katalonien: Die spanische Regierung hat in Barcelona die Kontrolle übernommen und die spanische Justiz hat gegen Puigdemont und andere Regierungsmitglieder Anklage erhoben. Ihnen werden unter anderem Rebellion und Auflehnung gegen die Staatsgewalt sowie Unterschlagung öffentlicher Gelder vorgeworfen.

Einige der Schlüsselmomente der vergangenen 30 Tage haben wir in unserem Video zusammengefasst.

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