30 Menschen in Demokratischer Republik Kongo nach Unruhen zum Tode verurteilt

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Muslime in einem Stadion in Kinshasa

Wegen ihrer Beteiligung an gewalttätigen Ausschreitungen sind in der Demokratischen Republik Kongo in einem Schnellverfahren 30 Menschen zum Tode verurteilt worden. Das geht aus einem Protokoll des Prozesses hervor, das der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. In dem Land gilt seit dem Jahr 2003 allerdings ein Moratorium auf den Vollzug der Todesstrafe. Todesurteile werden seither regelmäßig in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.

Die gewalttätigen Proteste waren in der Hauptstadt Kinshasa zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan ausgebrochen. Entfacht wurden sie durch einen Streit zwischen muslimischen Gruppen um das Recht auf die Nutzung eines großen Sportstadions für die religiösen Zeremonien. Im Verlauf der Ausschreitungen kam es zu Angriffen auf die Polizei. Dabei wurden ein Polizist getötet und mehr als 45 weitere verletzt, einige davon schwer, wie Behördenvertreter sagten.

Rund zehn Prozent der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo sind muslimischen Glaubens. Zwischen zwei Organisationen gibt es seit Jahren einen Konflikt um die Führungsrolle in der muslimischen Minderheit.

dja/jes