„30 unter 30“: Diese Gründer stehen auf der Liste der deutschsprachigen Forbes-Ausgabe

Für die regionale Liste "30 unter 30" hat Forbes junge Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgenommen.
Für die regionale Liste "30 unter 30" hat Forbes junge Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgenommen.

Vom Wirtschaftsmagazin Forbes ausgezeichnet zu werden, ist für Unternehmerinnen und Unternehmer eine Ehre. Nicht nur die US-Redaktion ernennt jährlich die weltweit vielversprechendsten Personen unter 30 Jahren, auch die deutschsprachige Ausgabe kürt jedes Jahr ihre Anwärter. Für die regionale Liste "30 unter 30" hat Forbes junge Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgenommen.

Welche Tech-Gründer es auf die deutsche Liste geschafft haben, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Madina Katter (Bulletproof Ukraine)

Der Krieg in der Ukraine veranlasste Madina Katter dazu, ihren Job als Venture Builder zu kündigen, um im Frühjahr dieses Jahres Soldaten mit kugelsicheren Westen auszustatten. „Ich wollte nicht mehr meiner täglichen Arbeit nachgehen, als wäre nichts passiert”, sagte sie im Gründerszene-Interview. Ihr Startup Bulletproof Ukraine führt sie mit ihrem Geschäftspartner Valentsionok Rostyslav. Die Produktion der Westen findet wenige Autostunden von Kiew entfernt in einer Metallfirma statt. Finanziert habe Katter die Herstellung bisher überwiegend durch Spenden.

Manuel Kimanov (Syniotec)

Manuel Kimanov (28) stammt aus Bulgarien und kam 2016 nach Deutschland, um in Bremen Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Noch während der Uni baute er mit Kommilitonen das Startup Sharemac auf, einst als Verleihservice für Baumaschinen. Mittlerweile heißt die Firma Syniotec und entwickelt eine Software, mit der Bauunternehmer ihre Geräte und den kompletten Fuhrpark tracken und verwalten können.

Amanda Maiwald, Antonia Schein und Nikolaj Bewer (Codary)

 - Copyright: Codary
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Das Berliner Gründer-Trio will helfen, dass Kinder möglichst früh, niedrigschwellig und mit viel Freue das Coden lernen können. Dafür haben Amanda Maiwald, Antonia Schein und Nikolaj Bewer mit Codary eine Art Online-Schule gegründet: Eltern können bereits Siebenjährige hier für Unterrichtsstunden mit einem Coach per Online-Videokonferenz anmelden. Neben dem Videochat setzt das Startup aus Berlin auf Programmier-Challenges auf der eigenen Lern-Plattform. Zu den Investoren des Startups gehören bereits einige Business Angels, etwa Dirk Owerfeldt, der Gründer des Kassensystem-Startups Gastrofix, Bruno Ginnuth, und Jan Hofmann, die Co-Gründer des Sammeltaxi-Dienstes Clevershuttle, und Joachim von Bonin, der Co-Gründer der Versicherungsplattform Simplesurance.

Niklas Tauch (Liefergrün)

Kurz vor seinem 24. Geburtstag baute Niklas Tauch das Logistik-Startup Liefergrün auf, das war Ende 2020. Heute ist der CEO einer der vielversprechendsten Jungunternehmer Deutschlands. Liefergrün fährt für Kunden wie Adidas, Dyson und Shop-Apotheke Bestellungen in E-Vans oder per Lastenrad aus – die Idee ist eine emissionsfreie letzte Meile. Erst vor wenigen Wochen stieg der Logistikkonzern DB Schenker bei dem Startup von Tauch ein. Bevor der heute 26-Jährige Liefergrün auf den Markt brachte, arbeitete er bei Henkel. Dort stieg er während seines Bachelor-Studiums ein und kümmerte sich zuletzt um Digitalisierungsprojekte.

Sara Schiffer (Hylane)

Wie Carsharing, nur viel größer und in grün: Die 28-jährige Informatikerin Sara Schiffer hat mit Hylane eine klimaneutrale Nutzfahrzeugvermietung in Köln mitgegründet. Dabei bietet sie Leih-Wasserstoff-LKWs an. Die Nutzer zahlen für gefahrene Kilometer. Zu ihren Kunden zählen bereits der Konzern Henkel, DB Schenker und Hermes. Finanziert wurde die Flotte von der DEVK und eine Förderung des Bundesministerium für Digitales und Verkehr in Höhe von 15 Millionen Euro. 2024 soll eine dreistellige Zahl an Fahrzeugen auf den Kernrouten in ganz Europa unterwegs sein.

Maximilian Wühr (Finn)

 - Copyright: Finn
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Maximilian Wühr (27) ist einer der vier Gründer des Münchner Auto-Abo-Startups Finn. Die Firma vermietet Fahrzeuge zu einem monatlichen Fixpreis an Nutzer, kümmert sich um Reparatur und Versicherungen. Ins Leben gerufen wurde Finn 2019, Wühr ist heute Chief Growth Officer. Der Absolvent des Münchner Gründerzentrums CDTM machte während des Studiums einige Stationen bei Investmentfirmen, arbeitete bei der Rücken-App Kaia als Business Developer und ist zudem für den VC Picus als Venture Scout unterwegs.

Isabelle Guenou und Miriam Santer (Theblood)

Mit ihrem Femtech-Startup Theblood bieten die Berliner Gründerinnen Isabelle Guenou (27) und Miriam Santer (29) Frauen ein Tool zur nicht-invasiven Analyse von Menstruationsblut. Eine Blutprobe, die ohnehin da ist, so formuliert es Guenou, könne doch auch analysiert werden und viel Aufschluss über die Gesundheitswerte der jeweiligen Frau liefern: Hormonspiegel, Vitaminhaushalt, Spurenelemente wie Zink oder Eisen. Zielgruppen von Theblood sind Frauen, die mit Hormonschwankungen zu kämpfen haben oder etwa unter Endometriose leiden, Frauen mit Kinderwunsch – und „Bio-Hackerinnen“, die der Wunsch antreibt, sich und den eigenen Körper mit besserem Wissen und mehr Daten zu optimieren.

Jennifer Phan (Passionfroot)

Investorin wechselt die Schreibtischseite: Nachdem Jennifer Phan Erfahrungen in einem VC und als Venture-Builder gesammelt hat, gründete sie 2021 selbst ein Unternehmen: Passionfroot ist ein Software-Startup, das mit einer browserbasierten und codefreien Plattform der Creator-Branche dabei helfen möchte, den Überblick über ihre Projekte und ihren Cashflow zu behalten. Zielgruppe sind also etwa GenZ-Creator oder kleinere Medienmarken, die ihre Einnahmen durch Sponsoring und Werbung generieren. In einer Pre-Seed-Runde sammelte Phan drei Millionen Euro unter anderem vom Top-VC Creandum und Business Angels wie Philipp Klöckner ein.

Balazs Deme (Pile)

 - Copyright: Balazs Deme
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Im Frühjahr hat Balazs Deme (24) das Krypto-Startup Pile gegründet, unter anderem mit der früheren Penta-Chefin Jessica Holzbach. Pile bietet Neobanken und anderen Fintechs eine Schnittstelle zu dezentralisierten Finanzmärkten, damit diese ihren Kunden Kryptowährungen anbieten können. Sein erstes Startup Herdius gründete Deme mit 19 Jahren, ebenfalls ein Fintech. Um als Gründer erfolgreich zu sein, zog der gebürtige Ungare kurz vorher nach Berlin. Die Firma wurde in diesem Jahr allerdings eingestellt.

Katharina Weißig (Periodically)

Die 24-jährige setzt sich mit ihrem Startup dafür ein, dass Binden und Tampons in öffentlichen Einrichtungen flächendeckend und vor allen Dingen kostenlos zur Verfügung stehen. So wie Klopapier eben auch. Dafür hat sie einen Hygieneprodukte-Spender entwickelt – für Schulen, Universitäten, Museen, Ämter und Behörden. Nachfüllprodukte kommen per Abo. Tausende solcher Spender seien bereits verteilt und aufgestellt worden.

Mareike Awe (Intumind)

 - Copyright: Intumind
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Mareike Awe (29) ist Ärztin und Ernährungsmedizinerin und hat sich als Diät-Influencerin in den vergangenen Jahren vor allem über Social Media einen Namen gemacht. Sie tritt auch als Speakerin auf und hat Bestseller-Abnehmbücher geschrieben. Mit Intumind gründete sie bereits 2015 ein Health-Startup mit 40 Mitarbeitern in Düsseldorf, das digitale Gesundheitscoachings zu unterschiedlichsten Themen anbietet und ihre Unternehmen rund um die Themen Gesundheit und Gewicht bündelt.

Lennardt Hachmeister (Iotis)

Das Internet of Things umfasst hörbar alle möglichen Dinge. So auch Sportgeräte. Und genau auf diesen Teilbereich des IoT hat sich Lennardt Hachmeister fokussiert. Er ist Mitgründer des Hannoveraner Startups Iotis. Das entwickelt zum Beispiel smarte Bälle – Fußbälle etwa. Oder Golfbälle. Ausgestattet mit Sensoren, anhand derer sich auslesen lässt, wie weit in Ball geflogen ist. Oder die via einer App direktes Feedback zu Schusskraft und -technik eines Fußballers liefern. In einer Seed-Runde konnte das Startup dieses Jahr mehr als zwei Millionen Euro einsammeln – unter anderem von Ex-Fußballprofi Fabian Ernst.

Eddie Rietz (Mindable Health)

 - Copyright: Mindable Health
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Der 26-jährige Eddie Rietz hat zuerst als Entwickler gearbeitet und beim Tech-Konzern IBM an Augmented-Reality-Produkten mitgewirkt. Vor vier Jahren entwarf er die App Mindable, eine therapiebegleitende Software bei Angststörungen. Mindable ist eine der wenigen Apps auf Rezept, die von Ärzten verschrieben und Krankenkassen abgerechnet werden können. Mitgründer Rietz ist CTO der Tech-Firma.

Katharina Kreutzer (Boomerang)

Die 24-jährige Hamburgerin will ein Problem lösen, das spätestens seit der Pandemie abnorme Ausmaße angenommen hat: Verpackungsmüll durch boomenden E-Commerce. In Deutschland werden pro Jahr knapp 4,5 Milliarden Pakete versendet – und die Versandkartons landen zumeist im Müll. Mit ihrem erst in diesem Jahr gegründeten Startup Boomerang wollen sie, Marc Engelmann und Christian Putz, ein System mit Mehrwegversandtaschen aufbauen, von denen jede einzelne bis zu 50 Mal wiederverwendet werden kann – inklusive Pfandsystem und Rückführlogistik.