Die 3 womöglich besten ETFs für den Börsencrash

Sean Williams

Es war ein ganz schön volatiler Monat für die Aktienmärkte.

Vor genau einem Monat schloss der marktbreit diversifizierte S&P 500 noch auf einem Allzeithoch. Doch über die letzten vier Wochen (bis zum 17. März) ist der breite Markt in einem rekordverdächtigen Tempo eingebrochen, zumindest wenn wir einen Blick auf den gängigen Volatilitätsindex (VIX) werfen. Der S&P 500 verzeichnete dabei seit dem 24. Februar 2020 sieben der neun größten prozentualen Einbrüche an einzelnen Handelstagen in seiner bisherigen Geschichte und zeitgleich auch die vier größten Gewinntage, die wir bei diesem Index bislang gesehen haben.

Des Weiteren hat es nur 16 Handelstage benötigt, bis der prominente Tech-Index, der Dow Jones Industrial Average, von einem Bullenmarkt in einen Bärenmarkt übergegangen ist. Bislang galt hier ein Zeitraum von 35 Tagen als Rekordhalter, wobei das der Wechselzeitraum in der großen Depression gewesen ist.

Vielen Investoren hat diese Volatilität inzwischen vermeintlich die Augen geöffnet und sie beunruhigt. Historisch gesehen sind solche starken Einbrüche jedoch immer ein hervorragender Zeitpunkt für einen Kauf gewesen, zumindest aus einer langfristig orientierten Perspektive heraus.

Da der Kauf einzelner Aktien für viele in diesen Tagen und in Anbetracht der hohen Volatilität womöglich nicht sonderlich attraktiv ist, möchte ich im Folgenden drei spannende Exchance Traded Funds (ETFs) thematisieren, die jetzt in der Korrektur womöglich interessant sind.

Vanguard S&P 500 ETF

Eine der sichersten und diversifiziertesten Möglichkeiten, um in den Börsencrash zu investieren, ist gleich den breiten Markt zu kaufen. So wie beispielsweise ein Passivfonds, der die Performance des Referenzindex S&P 500 genau widerspiegelt. Deshalb glaube ich, dass der Vanguard S&P 500 ETF ein smarter und sicherer Weg ist, um in der Korrektur zu investieren.

Der S&P 500 hat dabei historisch gesehen eine makellose Erfolgsbilanz, wenn es darum geht, Bärenmärkte und Börsenkorrekturen wieder aufzuholen. Seit Anfang des Jahres 1950 gab es im S&P 500 bislang 37 Börsenkorrekturen, die allesamt durch eine folgende Rallye schließlich wieder ausgeglichen worden sind. Sofern die Investoren in diesen Korrekturzeiten daher nicht abgesprungen sind, sondern weiterhin an ihrer Investition festhielten, wurden sie im Nachhinein immer für ihre Geduld belohnt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist außerdem, dass der Vanguard S&P 500 ETF zu den häufiger gehandelten Passivfonds gehört, was hier zu eher geringen Einschnitten bei der Rendite für Investoren führt. Die Managementgebühren des Fonds (d. h. die Nettokostenquote) ist sogar außergewöhnlich niedrig. Investoren müssen dabei bloß eine „Gebühr“ in Höhe von 0,03 % auf Jahresbasis bezahlen, was in Anbetracht der großartigen Diversifikation vergleichsweise wenig ist.

Zudem zahlt dieser ETF auf den S&P 500 jetzt wieder eine vernünftige Dividendenrendite in Höhe von 2 % an die Investoren aus. Das kann womöglich die Nerven ein wenig beruhigen und die Verluste im laufenden Börsenjahr ein wenig verringern.

VanEck Vectors Gold Miners ETF

Einen zweiten Passivfonds, den ich ETF-Investoren jetzt ans Herz legen kann, ist der VanEck Vectors Gold Miners ETF.

Aber warum einen Passivfonds kaufen, der auf Goldproduzenten setzt, anstatt direkt in Gold zu investieren, fragst du dich? Ganz einfach: Anleger können hier an Unternehmen partizipieren, in deren Bilanzen stöbern oder auch die Produktion auf Herz und Nieren überprüfen.

Mal abgesehen davon, dass börsennotierte Aktien von Goldminen ihren Aktionären eine Dividende bieten können, während physisches Gold keine Renditen ermöglicht. Eine Investition in Goldminenaktien kann daher einen gewissen operativen Hebel besitzen und gleichzeitig die Vorzüge von Gold mitbringen. Ohne jedoch die Nachteile des Edelmetalls selbst.

Ich kann mich insgesamt an keine Situation erinnern, in der Gold besser profitiert hätte. Hier daher ein Blick auf wesentliche Aspekte in nicht geordneter Reihenfolge, wie Gold jetzt zu den langfristigen Gewinnern zählen kann.

  • Die US-amerikanische Zentralbank, die Fed, pumpt derzeit massenhaft Geld in die Wirtschaft und erweitert die Geldbasis in einem rasanten Tempo.
  • Globale Anleiherenditen sind praktisch nicht existent, was bedeutet, dass es nur geringe garantierte Einnahmen gibt, was wahrscheinlich mehr Anleger dazu veranlassen wird, Gold zu kaufen.
  • Die rekordverdächtige Volatilität und die Unsicherheit des Coronavirus haben die Angst und die Unsicherheit der Anleger auf ein Spitzenmaß getrieben.

Obwohl sich die Goldminenaktien in den letzten Wochen nicht besonders gut entwickelt haben, steht die Branche besonders am Ende einer Rezession und in den ersten 12 bis 18 Monaten einer Erholung historisch gesehen am stärksten in der Performance. Da in nächster Zeit nur eine geringe Erholung der globalen Anleiherenditen erwartet wird, sind physisches Gold und insbesondere Goldgräber eine solide Wette auf eine Outperformance nach der aktuellen Coronazeit.

Vanguard Dividend Appreciation ETF

Ein dritter ETF, den die Anleger bei einem Börsencrash außerdem erwägen können, ist der Vanguard Dividend Appreciation ETF.

Der Kauf von ETFs mit einem starken Dividendenansatz kann angesichts der langfristigen Erfolgsbilanz von Dividendenaktien ein besonders kluger Schritt sein. Laut einem Bericht von J.P. Morgan Asset Management aus dem Jahre 2013 erzielten börsennotierte Unternehmen, die ihre Auszahlungen zwischen 1972 und 2012 gestartet haben und seitdem konsequent steigerten, in dem besagten Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von 9,5 % p. a. Im Vergleich dazu kamen Aktien, die keine Dividenden ausgezahlt haben, im gleichen Zeitraum bloß auf eine Rendite von 1,6 % pro Jahr. Dividendenaktien sind für den Aufbau von langfristigem Wohlstand entscheidend, weshalb dividendenorientierte ETFs im Allgemeinen ein langfristig gesehen schlauer Ansatz sein können.

Ganz konkret existieren außerdem drei Gründe, warum ich den Vanguard Dividend Appreciation ETF gegenüber den vielen anderen verfügbaren Dividenden-ETFs herausgegriffen habe. Zunächst einmal verfügt der ETF über eine geringe Gesamtkostenquote von 0,06 %. Das bedeutet, dass man als Investor mehr von dem Geld, das man investiert und über die jährlichen Renditen erhält, behalten kann.

Zudem sollten Investoren bedenken, dass Aktien mit einer hohen Ausschüttungsrendite ihre Auszahlungen kürzen könnten. Meiner Meinung nach könnten ETFs mit geringeren Renditen in diesen volatilen Zeiten eine sicherere Wahl sein, da Unternehmen mit ebensolchen Dividendenrenditen ihre Auszahlungen weniger häufig reduzieren.

Zu guter Letzt zielt der Vanguard Dividend Appreciation ETF speziell auf Dividendenunternehmen ab, die ihre Auszahlungen im Laufe vieler Jahre erhöht haben. Diese Unternehmen verfügen nicht nur über stabilere Geschäftsmodelle, diese operative Beständigkeit zeugt außerdem von einer vorsichtigeren Dividendenpolitik und einem langfristigen, nachhaltigen Wachstum.

Die aktuelle Dividendenrendite in Höhe von 1,9 % mag dich als Investor vielleicht nicht aus den Socken hauen. Allerdings bietet der Vanguard Dividend Appreciation ETF eine solide Mischung aus nachhaltigem Wachstum und starken Ausschüttungen.

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Sean Williams besitzt keine der erwähnten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

Dieser Artikel erschien am 19. März 2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020