3 wichtige Lektionen eines High-Speed-Crashs

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Ja, wir haben möglicherweise einen High-Speed-Crash erlebt. Die Volatilität im Rahmen der sogenannten Corona-Korrektur oder des Corona-Crashs schien rekordverdächtig. Innerhalb weniger Wochen und lediglich ein, zwei Monate verloren DAX, S&P 500 und Co. einen signifikanten Anteil ihres Wertes.

Die Geschwindigkeit dieser Korrektur war bemerkenswert, weshalb die Beschreibung High-Speed-Crash für mich absolut passend erscheint. Viel wichtiger als die Bezeichnung dürften jedoch die Lektionen sein, die Foolishe Investoren mitnehmen sollten. Hier sind jedenfalls meine, über die du vielleicht ebenfalls nachdenken möchtest.

High-Speed-Crash: Sei lieber schnell!

Eine erste Lektion, die ich von einem High-Speed-Crash mitgenommen habe, ist, dass sich Mut und das Nutzen der günstigen Bewertung auszahlen. Das gilt natürlich für jede Korrektur und man kann als Foolisher Investor zunächst auch einmal Ruhe ins Depot einkehren lassen. Nichts zu tun ist manchmal von Vorteil, um einen klaren Kopf zu bekommen.

Trotzdem sollte man es als Investor nicht übertreiben. Da der High-Speed-Crash womöglich auf einen in Gänze volatileren Handel durch ETFs, Leerverkäufer, einfache Kauf- und Verkauf-Mechanismen zurückführbar ist, könnten auch künftige Korrekturen und Crashs eine schnellere Dynamik entwickeln.

Das bedeutet, dass man als Investor schnell das günstige Bewertungsmaß nutzen sollte. Aus Jahren sind jedenfalls zuletzt eher Monate geworden. Wer nicht schnell agiert hat, der trauert heute womöglich den günstigen Bewertungen nach.

Bei Ebbe zeigt sich, wer nackt schwimmt

Im Rahmen eines High-Speed-Crashs wird zudem auch eine Sache offensichtlich, nämlich die Kernaussage eines Zitats von Warren Buffett. Sinngemäß hat das Orakel von Omaha einmal gesagt, dass erst bei Ebbe ersichtlich wird, wer die ganze Zeit nackt schwimmt. Damit sind Korrekturen, Crashs und insgesamt wirtschaftliche Schwächeperioden gemeint, die mäßige Unternehmen häufig schwerer treffen.

Im letzten High-Speed-Crash kam eine Pandemie erschwerend hinzu. Das bedeutet, dass es einige Segmente wie das Reisen, den Einzelhandel und andere Branchen schwerer getroffen hat. Trotzdem hat es Unterschiede gegeben, wie die jeweiligen Unternehmen damit umgehen konnten. Unter anderem aufgrund des Geschäftsmodells und der bilanziellen Verfassung.

Für mich bedeutet das: Diversifikation ist überaus wichtig, um einige nackte Unternehmen abfedern zu können. Es gibt weiterhin viel Unsicherheit, was künftige Crashauslöser betrifft und welche Aktien und Unternehmen davon betroffen sind. Neben der Diversifikation ist außerdem wichtig, stets zu überprüfen, welche Aktien unternehmensorientiert weniger attraktiv sind. Ein schneller Crash führt sonst schnell zu Wertverlusten.

High-Speed-Crash, High-Speed-Erholung

Zu guter Letzt ist eine weitere und womöglich die wichtigste Lektion, dass auch ein High-Speed-Crash eine Erholung nach sich zieht. Im Rahmen der Corona-Korrektur ist es sogar eine High-Speed-Erholung gewesen. Knapp ein Jahr nach den Tiefpunkten haben wir schließlich bereits neue Rekordhochs bei vielen Indizes gesehen.

Auch das ist wiederum ein Hinweis für mich, dass man als Foolisher Investor schnell die sich bietenden Chancen nutzen sollte.

Der Artikel 3 wichtige Lektionen eines High-Speed-Crashs ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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