3 Top-Einzelhandelsaktien für November

James Brumley
·Lesedauer: 4 Min.

Die Pleiten im Einzelhandel fanden in den Vereinigten Staaten in der ersten Hälfte im Rekordtempo statt. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend seitdem nicht verbessert hat. Zugegeben, die Pandemie war für den Handel alles andere als leicht. Doch man muss auch sagen, dass viele Unternehmen bereits vorher massiv vom E-Commerce angegriffen waren.

Digital Commerce 360 schätzt, dass US-Käufer im vergangenen Jahr mehr als 600 Milliarden USD online ausgegeben haben. Das entspricht einem Anstieg von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Der E-Commerce machte etwa 16 % der gesamten Einzelhandelsumsätze des Landes aus. Das Coronavirus beschleunigte diese Verschiebung.

Aber das war nicht für alle eine Katastrophe. Denn vielen gelang es, mit dieser Verschiebung umzugehen. Andere haben sich sogar so weit angepasst, dass sie regelrecht florieren. Kohl’s (WKN: 884195), Bed Bath & Beyond (WKN: 884304) und Walmart (WKN: 860853) gehören zu dieser Liste. Schauen wir uns die drei doch mal genauer an.

1. Kohl’s

Die Kaufhauskette Kohl’s ist einer der wenigen Einzelhändler, der einem eigenen Kalender folgt. Kohl’s drittes Quartal endete im Oktober. Dies ist für Investoren von Vorteil, da sie so einen Einblick in die Geschäftsentwicklung erhalten, kurz bevor der in das hektische Weihnachtsgeschäft geht. Das Unternehmen wird seine Zahlen für das dritte Quartal am 17. November bekannt geben. Aktionäre werden so sehen, wie das Management die Zahlen für das vierte Quartal einschätzt.

Kohl’s hat einige neue Hebel zur Beschleunigung seiner Geschäfte. Obwohl man zum Beispiel im zweiten Quartal aufgrund der Pandemie einen Verlust verzeichnete, konnte man sich schnell anpassen. Die Digitalverkäufe steigen gegenüber dem Vorjahr um 58 %, begünstigt durch die Bereitschaft des Einzelhändlers, fast die Hälfte seiner Online-Bestellungen selbst ausführen zu lassen. Die Ausweitung der kostenlosen, kontaktlosen Abholung ist ein Wachstumsmotor. Und im vergangenen Monat stellte das Unternehmen Pläne zur drastischen Ausweitung seines Geschäfts mit Aktiv- und Lifestyle-Bekleidung vor.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Expansion hier entfaltet, könnte in diesem Weihnachtsgeschäft einen großen Unterschied ausmachen.

2. Bed Bath & Beyond

Der Haushaltswareneinzelhändler Bed Bath & Beyond ist im vergangenen Jahr bei den meisten Anleger schlicht in Vergessenheit geraten. Jahre des verlangsamten Umsatzwachstums gingen Anfang 2019 in Umsatzrückgänge über. Das veranlasste den damaligen CEO Steven Temares im Mai letzten Jahres zum Rücktritt. Der Vorstand ersetzte Temares vorübergehend durch Mary Winston, hatte es aber anscheinend nicht eilig, einen neuen Geschäftsführer einzustellen. Im Oktober 2019 wählte der Vorstand schließlich Mark Tritton aus, den Geschäftsführer von Target. Aber da war Bed Bath & Beyond schon längst vom Radar aller Investoren verschwunden. Die Pandemie, so der Gedanke, würde dem fast 50 Jahre alten Unternehmen den Garaus machen.

Diese Einschätzung erwies sich jedoch schnell als ein Fehler.

Denn bei Bed Bath & Beyond geht es langsam, aber sicher wieder aufwärts. Anfang Oktober meldete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 6 % für den Dreimonatszeitraum, der im August endet. Und das trotz der Herausforderungen, die Corona mit sich brachte.

Allerdings hätten die Läden ohne den Zuwachs von 89 % der Online-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 12 % gemacht. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Tritton eindeutig einen Weg gefunden hat, mit den Verbrauchern in einer Zeit in Kontakt zu treten, in der sich dies als besonders schwierig erweist.

Die Investoren sollten auf die Pressemitteilungen des Einzelhändlers gespannt sein. Denn die könnten Bände über den Erfolg des laufenden Turnarounds sprechen.

3. Walmart

Auch Walmart wird am 17. November die Ergebnisse des dritten Quartals für die drei Monate bis Oktober bekannt geben, eine Zeit, in der die Welt (etwas) zur Normalität zurückgekehrt ist. Der Bericht wird einen frühen Einblick in das geben, was auf das so wichtige Weihnachtsgeschäft zukommen könnte.

Die großen Zahlen, auf die alle achten sollten, werden natürlich die Verkäufe von Walmart in den gleichen Geschäften in den USA und das allgemeine Wachstum des E-Commerce sein. Im zweiten Quartal stieg Ersteres um 9,3 %, während Letzteres im Jahresvergleich um 97 % zunahm. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs um 18,6 % bei einem Gesamtanstieg der unternehmensweiten Einnahmen von 5,6 %.

Es ist schwierig, diese Zahlen zu übertreffen. Sollte das nicht geschehen, bedeutet dies nicht unbedingt, dass es Probleme gibt. Auf der anderen Seite hat sich Walmart in diesem schwierigen Umfeld als eine Säule erwiesen. Einer Umfrage von Gordon Haskett Research Advisors zufolge war Walmart für 58 % der neuen Online-Lebensmittelkäufer die erste Wahl. Global Data berichtete, dass 68 % der Käufer in Zukunft die Abholung vor dem Geschäft nutzen werden.

Wenn man bedenkt, dass Walmart noch am Anfang der Neuerfindung steht, ist hier noch jede Menge Luft nach oben.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. James Brumley besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 8.11.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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