3 Tech-Aktien, die aus 10.000 Euro über 500.000 Euro werden ließen

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wachsender Chart Wachstumsaktien Krise Aktien DAX Inflation

Wichtige Punkte vorab:

  • Baidu erzielte ursprünglich beeindruckende Gewinne, aber das Wachstum hat sich in den letzten fünf Jahren verlangsamt.

  • Shopify wächst weiterhin enorm, da es Amazons zentralisierten Ansatz für den E-Commerce angreift.

  • Nvidia bleibt ein vielversprechender langfristiger Kandidat für das Wachstum der Märkte für künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Spiele.

Der legendäre Investor Peter Lynch prägte in seinem immer noch aktuellen Buch One Up on Wall Street den Begriff „Multibagger“. Damit meint er Aktien, die ihren Wert mehr als verdoppelt haben. Eine Aktie, die ihren Wert verdoppelt hat, wird als „Two-Bagger“ bezeichnet, während eine Aktie, die um das 20-Fache gestiegen ist, als „20-Bagger“ bezeichnet wird.

Wachstumsorientierte Anleger suchen häufig im Technologiesektor nach Multibagger-Aktien, in dem es mehr als genug wachstumsstarke und disruptive Unternehmen gibt. Es mag nicht einfach sein, dort den nächsten Multibagger zu finden. Aber wenn man sich mal anschaut, welche Aktien bereits diese Hürde überschritten haben, könnte man zukünftige große Gewinner finden.

Schauen wir uns drei Tech-Aktien an, die aus einer bescheidenen Investition von 10.000 Euro mehr als 500.000 Euro gemacht haben – und welche Lehren wir daraus ziehen können.

1. Baidu: Aus 10.000 Euro wurden über 600.000 Euro

Baidu (WKN: A0F5DE), das chinesische Technologieunternehmen mit der größten Suchmaschine des Landes, ging 2005 an die Börse. Wer damals 10.000 Euro investiert hätte, hätte nun mehr als 600.000 Euro im Depot.

Zwischen dem Geschäftsjahr 2005 und 2010 stieg der Jahresumsatz von Baidu mit einer beeindruckenden jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 97,8 %. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft, das steigende Einkommensniveau und die höhere Internetdurchdringung trugen zu diesem Wachstum bei. Baidu festigte seine Position als Marktführer bei der Onlinesuche im Jahr 2010, nachdem sich Google von Alphabet aus dem chinesischen Festland zurückgezogen hatte.

Zwischen 2010 und 2015 wuchs der Jahresumsatz von Baidu mit einer CAGR von 53,6 %, da das Unternehmen sein Ökosystem über seine Suchmaschine hinaus mit neuen mobilen Apps und Cloud-Speicherdiensten erweiterte.

Zwischen 2015 und 2020 stieg der Umsatz von Baidu jedoch nur noch mit einer CAGR von 9,9 %. Strengere Beschränkungen für Onlinewerbung, die zunehmende Konkurrenz durch Apps wie WeChat von Tencent und die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft dämpften das Wachstum. Die Pandemie verschlimmerte dies im letzten Jahr. Baidu ist nach wie vor der Willkür der chinesischen Regierung ausgesetzt.

Infolgedessen ist der Aktienkurs von Baidu in den letzten sechs Monaten um etwa 40 % gesunken und hat sich in den letzten fünf Jahren kaum verändert. Diese enttäuschende Rendite zeigt, dass wachstumsstarke Multibagger-Aktien wie Baidu ihre Dynamik verlieren können, wenn ihre Kernmärkte reifen, neue Wettbewerber auf den Markt drängen und staatliche Regulierungsbehörden ihre Macht ausspielen.

2. Shopify: Aus 10.000 Euro wurden fast 900.000 Euro

Shopify (WKN: A14TJP), ein kanadisches E-Commerce-Dienstleistungsunternehmen, das es Unternehmen ermöglicht, ihre eigenen Onlineshops zu erstellen, ihre eigenen Bestellungen auszuführen und ihre eigenen Marketingkampagnen zu verwalten, ging 2015 an die Börse. Eine Investition von 10.000 Euro beim Börsengang wäre heute fast 900.000 Euro wert.

Shopify wuchs wie irre, weil viele kleinere Unternehmen sich nicht an Amazon binden wollten. Dieser Trend beschleunigte sich während der Pandemie im letzten Jahr, als mehr Unternehmen Onlineshops eröffneten.

Der Umsatz von Shopify stieg zwischen 2015 und 2020 mit einer CAGR von 70,2 %. Die Aktie ist in diesem Jahr um mehr als 30 % gestiegen, selbst als andere Sorgen um den E-Commerce in einer Welt nach der Pandemie hatten. Die Anleger zahlen weiterhin für das Wachstum von Shopify mit dem 40-Fachen des diesjährigen Umsatzes.

Im Gegensatz zu Baidu steht Shopify noch nicht vor existenziellen Herausforderungen. Der dezentrale E-Commerce-Ansatz stört weiterhin Amazon. Es könnte langfristig viel Raum für Wachstum haben, da immer mehr Offline-Händler ihre Geschäfte online stellen.

3. Nvidia: Aus 10.000 Euro wurden 8,16 Mio. Euro

Nvidia (WKN: 918422), der weltweit größte Hersteller von Grafikprozessoren für Computer, Server und Videospielekonsolen, ging 1999 an die Börse. Hätte man damals 10.000 Euro in den Börsengang investiert, wäre diese Investition heute fast 8,2 Mio. Euro wert.

In den letzten fünf Jahren erlebte Nvidia einen massiven Wachstumsschub, da die Nachfrage nach seinen Grafikprozessoren für Spiele und Rechenzentren Rekordwerte erreichte. Eine neue Generation von PC-Spielen kurbelte den Verkauf seiner Gaming-GPUs an, während neue KI-Anwendungen in Rechenzentren eine heftige Nachfrage nach seinen High-End-Server-GPUs auslösten.

Höhere Preise für Kryptowährungen kurbelten auch den Absatz von Nvidias Gaming-GPUs für Mining-Zwecke an. Das Unternehmen verkaufte mehr Tegra-CPUs für Autos und Nintendos Switch-Konsolen.

Auch die Übernahme des Rechenzentrumsausrüsters Mellanox im vergangenen April hat Nvidias Jahresumsatz zwischen dem Geschäftsjahr 2016 und dem Geschäftsjahr 2021 mit einer CAGR von 27,2 % wachsen lassen.

Nvidia bleibt einer der am schnellsten wachsenden Chiphersteller auf dem Markt, auch wenn die geplante Übernahme von Arm Holdings auf dünnem Eis steht. Nvidia baut seinen Vorsprung gegenüber Advanced Micro Devices auf dem Markt für Grafikprozessoren weiter aus. Es bleibt eine solide Investition in das Wachstum der Märkte für Gaming, Rechenzentren und KI.

Der Aktienkurs von Nvidia ist in diesem Jahr um mehr als 50 % gestiegen, und dennoch sieht die Aktie mit dem 12-Fachen des voraussichtlichen Gewinns immer noch erstaunlich günstig aus. Daher könnte die Nvidia-Aktie noch viel Luft nach oben haben – selbst wenn die Aufsichtsbehörden die Übernahme von Arm Holdings ablehnen.

Der Artikel 3 Tech-Aktien, die aus 10.000 Euro über 500.000 Euro werden ließen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Advanced Micro Devices, Alphabet, Amazon, Baidu, Nvidia, Shopify und Tencent Holdings und empfiehlt Nintendo. Leo Sun besitzt Aktien von Amazon und Nintendo. Dieser Artikel erschien am 9.8.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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