3 schlaue Biotech-Aktien für November

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Gesundheit & Biotech
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Wichtige Punkte vorab:

  • Bristol Myers Squibb bietet eine diversifizierte Produktpalette und eine attraktive Bewertung.

  • Exelixis dürfte mit seinem Krebsmedikament Cabometyx weiterhin starke Wachstumsaussichten haben.

  • Vertex verfügt über eine Monopolstellung bei Mukoviszidose sowie vielversprechende Pipeline-Kandidaten und einen großen Cash-Bestand.

Manche Investitionsentscheidungen sind wirklich schwer zu treffen. Andere hingegen können schnell und einfach sein. Das ist dann der Fall, wenn die Aktien überzeugende Wachstumsaussichten bieten, die schlicht nicht zu leugnen sind.

Wir haben drei unserer Autoren gefragt, die einfachsten Biotech-Aktien für den Monat November zu picken. Schauen wir doch mal, warum sie sich für Bristol Myers Squibb (WKN: 850501), Exelixis (WKN: 936718) und Vertex Pharmaceuticals (WKN: 882807) entschieden haben.

Vielseitiges Unternehmen mit niedriger Bewertung

David Jagielski (Bristol Myers Squibb): Wachstum, Dividenden und ein breit gefächertes Geschäftsfeld machen Bristol Myers Squibb zu einer Aktie, die man guten Gewissens kaufen und liegen lassen kann. Und das Unternehmen hat ein starkes Quartalsergebnis vorzuweisen, das die Aktie noch attraktiver erscheinen lässt.

Für den am 30. September beendeten Zeitraum verzeichnete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 1,92 US-Dollar. Es war das zweite Quartal in Folge, in dem das Gesundheitsunternehmen eine positive Gewinnüberraschung lieferte. Der Quartalsumsatz von Bristol Myers belief sich auf 11,6 Mrd. US-Dollar und stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 %. Es gab auch mehrere Produkte, die im Quartal um mindestens 10 % wuchsen, darunter das umsatzstärkste Multiple-Myelom-Medikament Revlimid, das 3,3 Mrd. US-Dollar einbrachte (ein Anstieg um 11 % im Vergleich zum Vorjahr).

Einige Anleger mögen zwar besorgt sein, dass das Unternehmen den Patentschutz für Revlimid verliert, da wahrscheinlich schon im nächsten Jahr Generika auf den Markt kommen werden. Doch dies ist ein Problem, mit dem sich alle Gesundheitsunternehmen unweigerlich auseinandersetzen müssen. Wichtig ist, dass Bristol Myers über die Jahre hinweg eine starke Innovationsbilanz vorweisen kann. Und im Zweifelsfall kann Bristol Myers immer andere Unternehmen übernehmen, so wie es das Unternehmen 2019 getan hat, als es Celgene für 74 Mrd. US-Dollar kaufte, um seine Pipeline zu verstärken.

Und obwohl Revlimid für das Unternehmen wichtig ist, wird Bristol Myers nicht plötzlich alle Einnahmen aus dem Medikament verlieren. In den letzten drei Quartalen erwirtschaftete das Medikament 9,5 Mrd. US-Dollar an Einnahmen, was 28 % des Umsatzes des Unternehmens ausmacht. Bristol Myers verfügt über ein breit gefächertes Geschäft (die derzeitige Pipeline umfasst die Erforschung von mehr als 40 Krankheitsbereichen), das dem Sturm trotzen kann. Deshalb ist das Unternehmen auf lange Sicht eine sichere Wahl.

In den letzten drei Monaten hat sich die Aktie von Bristol Myers schlechter entwickelt als die Märkte und ist um mehr als 10 % gefallen, während der S&P 500 um 5 % gestiegen ist. Das Unternehmen könnte sich jedoch in Zukunft als unterbewertetes Investment erweisen, da seine Aktien mit weniger als dem Achtfachen seiner künftigen Gewinne gehandelt werden.

Wer auf der Suche nach einem soliden Wachstumswert oder einer Top-Dividende ist (die Rendite von 3,4 % liegt deutlich über dem S&P-500-Durchschnitt von 1,3 %), für den ist Bristol Myers ein hervorragender langfristiger Kauf, vor allem jetzt, wo die Aktien des Unternehmens unglaublich günstig sind.

Eine ganze Pipeline in einem einzigen Medikament

Prosper Junior Bakiny (Exelixis): Der Bereich der Onkologie zieht einige der größten Pharma- und Biotechnologieunternehmen der Welt an. Doch selbst in diesem hart umkämpften Markt hat Exelixis eine Nische für sich entdeckt. Der Arzneimittelhersteller ist kaum bekannt, aber seine Finanzergebnisse haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert, was er dem Vorzeigeprodukt Cabometyx zu verdanken hat.

Cabomextyx ist für die Behandlung von Nierenzellkarzinomen (RCC) und Leberzellkarzinomen (HCC) zugelassen. Bei RCC ist es das am häufigsten verschriebene Medikament seiner Art und hat große Erfolge vorzuweisen. Soll heißen: Cabometyx ist eine große Sache, und nach und nach bekommt es mehr Zulassungen.

Exelixis führt derzeit mehrere Dutzend klinische Studien für Cabometyx als Einzel- oder Kombinationstherapie für viele andere Krebsarten durch. Wenn das Medikament weitere Zulassungserweiterungen erhält, wird sich dies deutlich auf den Umsatz von Exelixis auswirken.

Das haben wir bereits erlebt. Im Januar wurde Cabometyx als Erstlinien-Kombinationstherapie für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom zugelassen, zusammen mit Opdivo von Bristol Myers Squibb. Das Ergebnis? Im zweiten Quartal stiegen die Gesamteinnahmen von Cabometyx im Vergleich zum Vorjahr um 59 % auf 275,6 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen führte diese Leistung auf die breite Akzeptanz von Cabometyx und Opdivo als führende Erstlinientherapie für RCC zurück.

Cabometyx dürfte weiter auf dem Vormarsch sein. Exelixis hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende nächsten Jahres eine jährliche Umsatzrate von 1,5 Mrd. US-Dollar für das Medikament zu erreichen. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 meldete das Biotech-Unternehmen einen Gesamtumsatz von 987,5 Mio. US-Dollar.

Die Investoren erwarten, dass der Gewinn des Arzneimittelherstellers in den nächsten fünf Jahren um 46 % pro Jahr wachsen wird. Das ist ziemlich gut für ein Biotech-Unternehmen. Darüber hinaus treibt Exelixis derzeit seine Frühphasen-Pipeline voran, zu der auch ein vielversprechendes Krebstherapeutikum namens XL092 gehört.

Die Aktien des Unternehmens fielen Anfang des Jahres erheblich, nachdem man durchwachsene Ergebnisse aus einer klinischen Studie gemeldet hatte. Aber meiner Meinung nach war das eine starke Überreaktion. Exelixis hat sich davon noch immer nicht erholt. In Anbetracht der Aussichten des Unternehmens ist dieses Biotech-Unternehmen nach seinen jüngsten Schwierigkeiten jedoch ein guter Kauf.

Besser geht es nicht

Keith Speights (Vertex Pharmaceuticals): Es wird einem schwerfallen, derzeit ein besseres Biotech-Unternehmen als Vertex Pharmaceuticals zu finden. Das Unternehmen ist bereits hochprofitabel und verzeichnet steigende Einnahmen und Gewinne. Vertex hat außerdem attraktive Wachstumsaussichten.

Die starke finanzielle Position des Unternehmens beruht auf seinem Mukoviszidose-Franchise. Vertex vermarktet die einzigen Mukoviszidose-Medikamente, die die zugrunde liegende Ursache der genetischen Krankheit behandeln. Obwohl Vertex eine Monopolstellung bei Mukoviszidose innehat, hat das Unternehmen noch viel Raum für Wachstum, indem es zusätzliche Erstattungsverträge abschließt und Zulassungen für jüngere Altersgruppen erhält.

Was ist mit der Konkurrenz? Sicher, es gibt eine Handvoll anderer Unternehmen, die Medikamente gegen Mukoviszidose entwickeln. Doch keines davon ist bisher über die Phase 2 hinausgekommen. Das verschafft Vertex eine beneidenswerte Position für mindestens einige weitere Jahre.

In der Zwischenzeit will Vertex über CF hinaus expandieren. Das Unternehmen will im Jahr 2023 die Zulassung für CTX001 zur Behandlung der seltenen Blutkrankheiten Beta-Thalassämie und Sichelzellkrankheit beantragen. Vertex entwickelt die Gene-Editing-Therapie in Zusammenarbeit mit CRISPR Therapeutics.

Die Pipeline des Unternehmens umfasst eine Reihe weiterer Programme in Phase-2-Studien. Vertex prüft VX-147 zur Behandlung von APOL1-vermittelten Nierenerkrankungen und VX-548 zur Behandlung von Schmerzen.

Das Biotech-Unternehmen meldete kürzlich auch positive Ergebnisse einer Phase-1-Studie mit VX-880 zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Vertex könnte vor allem mit dem Einsatz von eingekapselten Inselzellen eine große Chance haben, die Volkskrankheit wirksam zu heilen.

Vertex sollte seine Pipeline durch Geschäftsentwicklungsabkommen noch weiter ausbauen. Der Bargeldbestand des Unternehmens ist groß und wächst weiter. Dank dieser finanziellen Flexibilität und der Monopolstellung bei Mukoviszidose sowie einer vielversprechenden Pipeline scheint Vertex im November wirklich ein starker Kauf zu sein.

Der Artikel 3 schlaue Biotech-Aktien für November ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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David Jagielski besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt Aktien von Bristol Myers Squibb und Vertex Pharmaceuticals. Prosper Junior Bakiny besitzt Aktien von Exelixis und Vertex Pharmaceuticals. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Bristol Myers Squibb, CRISPR Therapeutics und Vertex Pharmaceuticals. The Motley Fool empfiehlt Exelixis. Dieser Artikel erschien am 4.11.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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