3. Liga: Meppen weiter sauer über Skandaltor

Die unfaire Aktion von Sören Eismann bringt den Kapitän und seinen Klub Carl Zeiss Jena in Verruf. Eine Entschuldigung sollte die Wogen glätten - doch der SV Meppen ist noch immer mächtig sauer.

Die unfaire Aktion von Sören Eismann bringt den Kapitän und seinen Klub Carl Zeiss Jena in Verruf. Eine Entschuldigung sollte die Wogen glätten - doch der SV Meppen ist noch immer mächtig sauer.

Auch nach Sören Eismanns öffentlicher Entschuldigung schlägt das Skandaltor des Kapitäns von Carl Zeiss Jena weiter hohe Wellen. Der Fußballprofi wird in sozialen Netzwerken für seine grobe Unsportlichkeit teils wüst beschimpft, beim Gegner SV Meppen ist der Ärger noch immer nicht verraucht, und Jena wird die verpasste Chance auf eine besondere Fair-Play-Aktion vorgehalten.

"Mich hat keiner angerufen. Er entschuldigt sich bei der Öffentlichkeit, nicht beim SV Meppen. Das ändert nichts", sagte Meppens Trainer Christian Neidhart im Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Carl Zeiss hatte einen Tag nach der viel diskutierten Aktion ein Statement von Eismann auf der Vereinsinternetseite veröffentlicht: "Ich kann nur sagen, dass ich die Situation, wie das Tor entstanden ist, sehr bedauere."

Eismann erzielt auch noch den Ausgleich

Beim Ligaspiel am Samstag zwischen Carl Zeiss Jena und dem SV Meppen (2:2) hatte Eismann beim Treffer zum 1:2 das Fair Play mit Füßen getreten: Sein Teamkollege Julian Günther-Schmid war nach einem Zweikampf verletzt liegengeblieben, woraufhin der Meppener Nico Granatowski das Spiel fair unterbrechen wollte. Doch Eismann stibitzte dem verdutzten Gegenspieler den Ball schoss den ihn ins Tor.

Neidhart bezweifelt, dass Eismanns Entschuldigung nach einer Nacht, in der er sich "die Szene wieder und wieder durch den Kopf gehen ließ", aufrichtig gemeint ist. "Nach dem Spiel stellt sich Eismann hin und behauptet, er hätte nicht mitbekommen, dass da ein Mitspieler lag - und lässt sich auch noch dafür feiern. Da fehlt mir jedes Verständnis", sagte der Meppener Trainer: "Wenn wir durch so eine Situation ein Tor erzielen, soll meine Mannschaft den Gegner nach dem Anpfiff durchwinken und ebenfalls ein Tor machen lassen. Oder ein Eigentor schießen."

In der Vergangenheit gab es solche Beispiele schon, die Mannschaften wurden anschließend für ihr Fair Play gelobt und auch ausgezeichnet. Mit einer solchen Aktion hätte Jena viele Sympathien gewonnen, den Punkt aber womöglich nicht. Denn statt 3:1 für Meppen stand es am Ende 2:2 - und dass ausgerechnet Eismann auch noch den Ausgleich erzielte, setzte für Meppen dem Ganzen die Krone auf.

Meppen kritisiert Berichterstattung

"Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich Jenaer wäre", sagte Neidhart unmittelbar nach dem Spiel. Carl-Zeiss-Trainer Mark Zimmermann fühlte sich nicht wohl in seiner Haut: "Ich kann es absolut nachvollziehen, dass die Meppener sauer sind. Ich bin nicht stolz darauf."

Mag man Eismanns Worten in der Pressemitteilung Glauben schenken, hat auch der 29-Jährige aus seinem Fehler gelernt. Er erklärte diesen mit einer "Entscheidung binnen Sekundenbruchteilen" und einer Fehlinterpretation einer Geste von Gegenspieler Granatowski. Der lag am Ende völlig verzweifelt am Boden.

Meppen-Trainer Neidhart kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Berichterstattung im MDR: "Unser Spieler hat Fair Play vorgelebt und wurde nachher vom übertragenden TV-Sender als der Dumme hingestellt. Das geht nicht." Reichlich Ärger für ein Unentschieden.

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