3 interessante Punkte aus dem Quartalsbericht von General Electric

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Mittlerweile wissen die meisten Investoren, dass die Zahlen von General Electric Company (WKN:851144) im dritten Quartal weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Darüber hinaus signalisiert die Reduktion der Prognose für das Gesamtjahr eine anhaltende Schwäche im Geschäft des Unternehmens. Das sind Probleme, die in einem oder zwei Quartalen voraussichtlich nicht gelöst werden können.

Sehen wir uns die wichtigsten Dinge an, die langfristige Anleger verstehen müssen.

Das Cashflow-Problem von General Electric

Finanzvorstand Jeff Bornstein verlässt das Unternehmen, und viele Investoren werden das als Grund zum Optimismus sehen. Im Jahr 2017 prognostizierte Bornstein einen industriellen Cashflow aus dem operativen Geschäft (CFOA) im Bereich von 12-14 Milliarden US-Dollar, was 1 Milliarde US-Dollar hinter den Erwartungen des Managements zurückblieb. Trotzdem hielt Bornstein an seiner ursprüngliche Jahresprognose fest.

Mit einem CFOA von 1,46 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal – was im Einklang mit den Erwartungen des Managements steht – wurde Bornstein ermutigt, die Prognose für das Gesamtjahr beizubehalten, wenn auch am unteren Ende des Bereichs von 12-14 Milliarden US-Dollar. Wie zum Zeitpunkt des Quartalsberichts besprochen, muss GE in der zweiten Jahreshälfte einen CFOA von 12 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Das allein wäre schon in besseren Zeiten ein großes Problem gewesen. Wir sollten auch noch anmerken, dass Bornstein den Ausblick für den Gewinn pro Aktie auf das untere Ende des Bereiches von 1,60-1,70 US-Dollar gesenkt hatte. Mit anderen Worten: die Erwartungen wurden genau dann gesenkt, wenn GE eine starke CFOA-Performance braucht, um den Ausblick zu erreichen.

Bornstein prognostiziert jetzt gerade einen CFOA von 7 Milliarden US-Dollar. Für ein Unternehmen, das Geld für die Umstrukturierung braucht, ist das ein erhebliches Problem. Zusätzlich muss GE ja auch noch 8 Milliarden US-Dollar an Dividenden auszahlen. Wie man es auch dreht und wendet, GE verfehlt seine Ziele.

Die Dividende von General Electric ist bedroht

Man kann es nicht beschönigen: Wie schon angemerkt, wurde der Ausblick auf 7 Milliarden US-Dollar CFOA gesenkt.Sobald man die Investitionsausgaben in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar abzieht, bleibt noch ein freier Cashflow von etwa 3 Milliarden US-Dollar. Ein freier Cashflow in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar wird aber nicht ausreichen, um langfristig 8 Milliarden US-Dollar an Dividenden zu zahlen.

Flannery stellte klar, dass ein CFOA von 7 Milliarden US-Dollar nicht in Stein gemeißelt wäre. Darüber hinaus plane er bedeutende Verbesserungen beim CFOA Jahr 2018 und danach. Dies soll durch Kosteneinsparungen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar, Verbesserungen beim Arbeitskapital und das nicht Wiederkehren von Steuern und Umstrukturierungskosten geschehen.

Alle Argumente von Flannery sind in Ordnung, aber es ist immer noch schwer zu sehen, wie die Zahlen in naher Zukunft zu einer gesunden und gedeckten Dividende führen werden. Ein Großteil des CFOA-Ausfalls ist auf ein Energiesegment zurückzuführen, das nach Einschätzung des Managements mit erheblichen Problemen konfrontiert ist, die sich nicht schnell in Wohlgefallen auflösen werden. (Der CFOA im Energiebereich blieb 3 Milliarden US-Dollar hinter den Erwartungen von Flannery zurück.) Außerdem hat Flannery angedeutet, dass er Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar verkaufen wolle. Das wird natürlich den Cashflow in den nächsten beiden Jahren vermindern. Aktuell hat GE eine Marktkapitalisierung von 191 Milliarden US-Dollar.

Die wichtigsten Themen

Flannerys Entschlossenheit, nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche zu veräußern, ist lobenswert, und es gibt sogar Gründe, sich von der Gesundheitssparte zu trennen. Die beiden Problemfelder im dritten Quartal – Strom sowie Öl und Gas – gehören jedoch zu den Kerngeschäften von GE.

Schlimmer wird es noch, wenn man bedenkt, dass diese beiden Segmente in den vergangenen Jahren im Fokus der Übernahmestrategie des Managements standen. Der ehemalige CEO Jeff Immelt verfolgte die Strategie, eine Reihe von Ölunternehmen zu einer Zeit zu kaufen, als die Ölpreise viel höher waren als heute. Darüber hinaus ist die Fusion mit Baker Hughes ein wichtiger Teil der Zukunft des Unternehmens, genau wie der Kauf von Vermögenswerten von Alstom.

Es ist hart, Immelt dafür zu kritisieren — es sei denn, wir hätten genau voraussagen können, wie es mit dem Ölpreis und der Nachfrage weitergehen würde. Tatsache ist jedoch, dass sich GE nun mit Problemen in jenen Bereichen auseinandersetzen muss, in denen Immelt Vermögenswerte erworben hat.

Unterm Strich

Der schwache Cashflow von GE bedroht die Ausschüttung der Dividende, was zum Teil auf Übernahmen und Probleme in einigen der Kernsparten zurückzuführen ist. Das können wir aus dem dritten Quartal von GE mitnehmen.

The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Lee Samaha auf Englisch verfasst und am 25.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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