3 interessante Immobilienaktien für die Crash-Watchlist

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Immobilien stehen, was den Schutz gegen Inflation und die Vermögensschaffung angeht, hoch im Kurs. Nicht zuletzt, da die Immobilienpreise in den letzten Jahren stets weiter gestiegen sind und somit durchaus die Eigenschaft hatten, für ihre Eigentümer Werte zu schaffen.

Vergleichbar mit Gold sind Immobilien Sachwerte, die ebenfalls grundsätzlich beliebt sind, wenn man in einer Krise davon ausgeht, dass der Wert des Fiatgeldes abnehmen könnte. Allerdings sind sowohl Immobilien als auch Goldmünzen oder gar -barren recht illiquide, was ich persönlich als Nachteil hinsichtlich einer Investition ansehe. Zudem kann sich auch nicht jeder ein Haus oder eine Mietanlage leisten, um daraus eine Rendite, beispielsweise durch Mieteinnahmen, zu generieren. Oftmals möchte man dafür auch keine Schulden aufnehmen.

Ein interessanter Ansatz ist es also, mit Immobilienaktien in den doch recht soliden Bereich der Immobilien zu investieren, aber dabei nicht auf die Liquidität seiner Anlagen zu verzichten. Grundsätzlich sollte man auch bei Aktien langfristig denken und nach Möglichkeit die Aktien so lange wie möglich halten. Trotzdem hat man bei Aktien die Möglichkeit, diese zu jedem Zeitpunkt in Geld umzuwandeln.

Die Dividenden, die solche Immobilienaktien in der Regel ausschütten, dienen als attraktiver Mieteinnahmenersatz. Nachfolgend möchten wir also den Blick auf drei Aktien von Unternehmen werfen, die jeweils im Immobilienbereich tätig sind und, angeschlagen durch die Coronakrise, möglicherweise einen genaueren Blick wert sind.

Aroundtown

Aroundtown (WKN: A2DW8Z), das vorwiegend in Geschäfts- und Wohnimmobilien in Deutschland und den Niederlanden investiert, hat ordentlich Federn lassen müssen. Mit einem Niveau von 4,89 Euro je Aktie (Schlusskurs: 27.04.2020, maßgeblich für alle Berechnungen) liegt man mittlerweile ein gutes Stück entfernt von dem 52-Wochen-Hoch von 8,90 Euro je Anteil.

Dabei hat das Immobilienunternehmen vor der Coronakrise eine Fusion mit TLG Immobilien angeleiert, die zukünftig für spannende Synergien und Größenvorteile sorgen könnte. Neben einem attraktiven und diversifizierten Portfolio konnte Aroundtown in den vergangenen Jahren auch seine Umsätze ansehnlich steigern.

Momentan liegt das Kurs-NAV-Verhältnis (NAV = Net-Asset-Value) mit etwa 0,5 sogar deutlich unter 1, was auf eine Unterbewertung hindeuten könnte. Mit einer Dividendenrendite in Höhe von 5,7 % hat die Aktie auch das Potenzial, Mietrenditen adäquat zu ersetzen – und die Dividende wurde bisher weder gekürzt noch gestrichen!

Hamborner REIT

Der Hamborner REIT (WKN: 601300)(REIT = Real Estate Investment Trust) verfügt über ein bundesweit gestreutes Portfolio an Objekten mit Schwerpunkt auf Einzelhandelsgeschäften. Dazu zählen beispielsweise Filialen von Edeka, Rewe oder Kaufland, die in Zeiten von Corona geöffnet haben können und nicht das Risiko eines Zahlungsausfalles bergen.

Ähnlich wie Aroundtown musste der Kurs der Hamborner-Aktie Feder lassen und notiert nun nicht unwesentlich niedriger als vor Beginn der Coronakrise. Das Kurs-NAV-Verhältnis liegt hier ebenfalls mit 0,67 ein Stück weit unter 1.

Die Dividendenzahlung für das abgelaufene Geschäftsjahr würde regelmäßig 0,47 Euro je Anteil betragen, wurde jedoch vorerst unter Vorbehalt gestellt, da rund 25 % der Mieterträge von Schließungen betroffen zu sein scheinen. Die weitere Geschäftsentwicklung soll also vorerst weiterverfolgt werden, bevor man sich über die endgültige Höhe der Dividende klar wird.

Eine Mindestausschüttung von 0,18 Euro je Anteil ist jedoch für den Hamborner REIT Pflicht, was zu einer gegenwärtigen Dividendenrendite in Höhe von 2,3 % führt.

Deutsche Euroshop

Die Investmentgesellschaft Deutsche Euroshop (WKN: 748020), die sich auf ertragreiche Shoppingcenter konzentriert, hat in den letzten Wochen kurstechnisch ordentliche Einbußen hinnehmen müssen. Da Shoppingcenter üblicherweise größere Mengen an Menschen anziehen, müssen diese vielerorts geschlossen bleiben.

Das schlägt auf die Mieter der Geschäftsflächen im Shoppingcenter durch, die während dieser Periode nicht öffnen können und somit keine Umsätze erwirtschaften. Die Gefahr ist also hoch, dass die Leerstandsquote sich zunehmend vergrößern könnte und die Deutsche Euroshop zukünftig weniger Mieteinnahmen generiert.

Die Tatsache, dass die Deutsche Euroshop bereits vor der Krise mit der Konkurrenz aus dem Onlinesegment zu kämpfen hatte, macht die Gesamtsituation nicht wirklich besser. Bei einem Kurs-NAV-Verhältnis von nur 0,29 wirkt eine Investition sehr verlockend, doch die Deutsche Euroshop birgt meiner Meinung nach auch die meisten Risiken.

Die Dividende soll vorerst auch gestrichen werden, was die Attraktivität der Aktie gegenwärtig etwas eintrübt. Es ist auch unklar, ob und wie sehr sich die Deutsche Euroshop insgesamt erholen kann, weshalb hier die Unsicherheiten am größten sind.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Aroundtown. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop.

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