3 Gründe, warum ich jetzt eher auf General Mills als auf die BASF-Aktie setzen würde!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
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Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) und die von General Mills (WKN: 853862) besitzen wenig Gemeinsamkeiten. Weder das operative Geschäft ist gleich noch die Region, aus der die Konzerne herkommen. BASF ist schließlich ein DAX-Dividendenaristokrat, General Mills hingegen ein US-amerikanischer Lebensmittelkonzern.

Auch mit Blick auf die derzeitige (oder zumindest rein rechnerisch aktuelle) Dividendenrendite trennen die Aktien Welten. BASF hat im letzten Jahr 3,30 Euro an die Investoren ausgeschüttet, gemessen an einem derzeitigen Aktienkurs von 56,10 Euro (13.11.2020, maßgeblich für alle Kurse) entspräche das einer Dividendenrendite von 5,88 %. General Mills schüttet hingegen momentan 0,51 US-Dollar pro Quartal aus, die bei einem Aktienkurs von 60,97 US-Dollar einer Dividendenrendite von 3,34 % entsprechen.

Trotz dieses gewaltigen Unterschieds würde ich jetzt lieber auf General Mills setzen, wenn es um das Thema Dividende geht. Warum? Nun, sagen wir für den Moment einfach, ich habe drei Gründe dafür.

1) Defensiveres Geschäftsmodell

Ein erster Grund, weshalb ich als Einkommensinvestor eher auf General Mills als auf die BASF-Aktie setzen würde, hängt mit dem Geschäftsmodell zusammen. Wir müssen nicht einmal eins und eins zusammenzählen können, um zu verstehen, dass ein Lebensmittelhändler defensiver ist als ein DAX-Chemiekonzern. Gegessen und getrunken wird eigentlich immer. Die Nachfrage nach chemischen Lösungen sinkt jedoch, wenn es der Wirtschaft schlechter geht. Oder es, wie zuletzt, epidemiebedingt zu Einbrüchen in der Produktion kommt.

Natürlich kann man als Investor anführen, dass BASF aufgrund dieser Zyklizität ein größeres Turnaround-Potenzial besitzen könnte. Keine Frage: Das will ich nicht leugnen. Wenn es jedoch um defensive Dividendenstabilität geht, so hat der US-amerikanische Lebensmittelkonzern einfach die Nase vorn und profitiert operativ jetzt sogar von der Krise. Das zeigt, dass defensive Aktien mit Basis-Geschäftsmodellen einfach zeitlos sind.

2) General Mills mit dem besseren Ausschüttungsverhältnis

Zudem verfügt die Aktie von General Mills derzeit über das bessere Ausschüttungsverhältnis. Sowohl der Blick auf das Geschäftsjahr 2019 als auch auf die aktuellen Quartalszahlen unterstreicht das sehr deutlich. Im dritten Quartal kam der US-Lebensmittelkonzern auf ein Ergebnis je Aktie von ca. 1,00 US-Dollar auf verwässerter Basis. Selbst damit läge das Ausschüttungsverhältnis bei moderaten 51 %.

Wenn wir das Jahr 2019 mit einer Gesamtdividende von 1,96 US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 3,59 US-Dollar in den Fokus rücken, so läge der Wert bei 54,6 %. Wirklich gefährlich sieht das keineswegs aus. Nein, sondern eher wie eine Aktie mit Potenzial.

Bei der BASF-Aktie ist die Ausgangslage hingegen deutlich anders: Innerhalb der ersten drei Monate dieses Börsenjahres liegt das Ergebnis je Aktie absolut bei -2,30 Euro je Aktie. Auf bereinigter Basis kommt der DAX-Chemiekonzern hingegen auf einen Wert von 2,11 Euro. Beide Werte zeigen, dass es allmählich knapp für die Dividende werden könnte. Ein Teil der künftigen Ausschüttungen müsste jedenfalls aus der Substanz gezahlt werden.

3) BASF-Aktie mit kürzerer Historie!

Die BASF-Aktie besitzt außerdem die kürzere Dividendenhistorie. Innerhalb dieses Jahres hat der DAX-Chemiekonzern zwar bereits das zehnte Jahr in Folge die eigene Dividende erhöht. Damit hat sich das Management bislang zumindest sehr strikt an die eigene Dividendenpolitik gehalten, die ein konsequentes Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbasis vorsieht. Trotzdem ist das nicht so bemerkenswert wie die Historie von General Mills. Zumal das BASF-Management innerhalb der Finanzkrise die Dividende von 1,95 Euro auf 1,70 Euro gekürzt hat. Ein Bruch, zweifellos, wenn auch ein moderater.

General Mills hingegen ist ein Musterschüler, was die eigene Dividende angeht: Seit über 120 Jahren wird inzwischen konsequent eine Dividende bezahlt, seit über zwei Jahrzehnten wird die Dividende zudem stets konstant gehalten. Eine starke Ausschüttungshistorie, die zeigt: Nicht nur defensive Klasse wird hier groß geschrieben. Nein, sondern auch eine stabile Dividende über alle Zeiten und Krisen hinweg.

BASF-Aktie? Eher General Mills!

Wenn ich mich heute zwischen der BASF-Aktie oder der von General Mills entscheiden müsste, so fiele meine Wahl auf den US-Lebensmittelkonzern. Die obigen drei Gründe sprechen für mich für ein klareres, defensiveres und zuverlässigeres Bild.

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Vincent besitzt Aktien von BASF und General Mills. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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