3 Erkenntnisse aus dem 2019er-Bericht der Nel-Aktie und 1 vielversprechende neue Kooperation

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Nel (WKN: A0B733) ist ein kleines norwegisches Unternehmen, das derzeit stark vom Wasserstoffboom profitiert. Und schaut man sich die politischen und Branchenentwicklungen einmal genauer an, ist davon auszugehen, dass hier mindestens über das nächste Jahrzehnt weiterhin hohe Wachstumsraten zu erwarten sind.

Dennoch, viele kleine Unternehmen werden zwischendurch Einbrüche erleben oder vielleicht sogar scheitern. Nel gehört derzeit zu den Gewinnern und konnte in seinem Jahresbericht 2019 insgesamt über eine gute Entwicklung berichten. Hier erfährst du die wesentlichen Punkte.

1) Operativ auf dem Vormarsch

Nels operative Entwicklung ist derzeit positiv. So stieg der operative Umsatz im vierten Quartal 2019 um 40,8 % auf 175,9 Mio. Norwegische Kronen. Im Gesamtjahr 2019 verbesserte sich der Umsatz um 16,5 % auf 569,7 Mio. Norwegische Kronen. Dabei legte das Tankstellensegment um 27 % zu, während die Elektrolyseursparte 10 % Zuwachs erzielte.

Erkennbar ist die grundsätzlich positive Entwicklung zudem am Auftragsbestand. Er wuchs im vierten Quartal 2019 um 46 % auf 512,6 Mio. Norwegische Kronen. Hier sind potenzielle Aufträge durch den geschlossenen Nikola Motors-Vertrag noch nicht eingerechnet.

2) Immer noch unprofitabel

Wie so oft bei jungen Unternehmen und Industrien muss Nel zunächst sehr viel Geld investieren. Hinzu kommt die geringe Profitabilität, die sich mit zunehmender Größe verbessern sollte. Im vierten Quartal 2019 wuchs der Verlust weiter von -54,3 auf -93,2 Mio. Norwegische Kronen.

So wird beispielsweise derzeit im norwegischen Herøya eine neue Elektrolyseurfabrik errichtet, welche die jetzigen Kapazitäten etwa verzehnfachen wird. Im Zuge dessen könnte sich allerdings auch die Profitabilität erhöhen.

Im Gesamtjahr 2019 vergrößerte sich der Verlust von -188,8 auf -269,7 Mio. Norwegische Kronen. Wachstumsbranchen (siehe Tesla (WKN: A1CX3T)) können sich trotzdem, aufgrund der positiven Aussichten, immer wieder neues Geld vom Kapitalmarkt beschaffen. So platzierte Nel zuletzt 89 Mio. neue Aktien zu einem Preis von 9,50 und nahm so 845,5 Mio. Norwegische Kronen ein.

3) Gute Aussichten

Neben der operativen Entwicklung sprechen die weiteren Aussichten für Nel. So erhält das kleine Unternehmen stetig und weltweit zunehmend mehr Aufträge und Bestellungen. Besonders wichtig dabei ist, dass Nel in den Märkten Südkorea, USA, aber auch Europa gut vertreten ist, welche grünen Wasserstoff gerade enorm fördern.

Hinzu kommt der politische Druck auf bestehende Industrien, den CO2-Ausstoss zu verringern. Dieser Trend wird mindestens bis 2050 anhalten und somit gut aufgestellte Unternehmen des Sektors gedeihen lassen. Nel ist zudem technologisch in guter Verfassung und erhält deshalb vor anderen Wettbewerbern Aufträge. Deshalb geht die Firma für 2020 weiterhin von steigenden Umsätzen aus.

Dazu passt eine weitere positive Meldung.

Nel und Kværner schließen Kooperation

Die ebenfalls norwegische Kvaerner (WKN: A1JA47) ist ein Projektausführungsspezialist. Er bietet Ingenieur-, Beschaffungs- und Konstruktionsdienstleistungen und liefert Offshore-Plattformen, Onshore-Anlagen, schwimmende Produktionsanlagen (bisher häufig für die Öl- und Gasindustrie) und Lösungen für erneuerbare Energien.

Nel und Kvaerner haben nun für spezielle Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff und zur Entwicklung von standardisierten Lösungen für große Wasserstoffproduktionsanlagen eine Zusammenarbeit vereinbart. So entsteht eine Win-Win-Situation, denn Kvaerner möchte sein Geschäft in Richtung erneuerbare Energien umbauen und Nel benötigt für Großprojekte entsprechend kompetente Partner.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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