3 Dinge, die ich bei der Softbank-Aktie 2021 beobachten werde!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die Softbank-Aktie (WKN: 891624) hat eigentlich ein ziemlich erfolgreiches Börsenjahr 2020 hinter sich. Auch wenn es im Rahmen des Corona-Crashs teilweise deutlich bergab ging, so legten die Anteilsscheine unterm Strich von 39,51 Euro auf das derzeitige Kursniveau von 65,66 Euro (18.12.2020, maßgeblich für alle Kurse und Bewertungskennzahlen) zu. Das entspricht einem Plus von 66,2 %.

Der Softbank-Aktie könnte gerade jetzt jedoch eine ungewisse Zukunft bevorstehen. Hier ist jedenfalls, was ich im kommenden Börsenjahr 2021 beobachten werde.

Softbank-Aktie: Bald von der Bildfläche verschwunden?

Die relevanteste Frage, auch für alle Foolishen Investoren, dürfte sein, ob die Softbank-Aktie von der Bildfläche verschwinden wird. Das Management um Gründer und CEO Masayoshi Son hat angekündigt, solchen Plänen möglicherweise folgen zu wollen. Das wäre garantiert ein Paukenschlag.

Insbesondere Masayoshi Son soll einen solchen Schritt favorisieren. Durch die Privatisierung könnte die japanische Beteiligungsgesellschaft der medialen Aufmerksamkeit und den Diskussionen rund um die Investitionen entgehen. Oder, anders ausgedrückt: Masayoshi Son könnte mehr schalten und walten, wie er möchte.

Aus diesem Grund sollen auch weitere Aktien zurückgekauft werden. Bereits im laufenden Jahr haben die Japaner viele Mittel für das Kaufen und Einziehen eigener Aktien bezahlt. Weitere Schritte könnten folgen. Sobald 66 % aller ausstehenden Aktien eingezogen sind, könnte nach örtlichem Recht ein Squeeze-Out erfolgen. Das kommende Jahr könnte hier gewiss spannend werden.

Welche Investitionen werden kommen?

Eine weitere wichtige Fragestellung wird natürlich sein, welche Investitionen die Softbank tätigen wird. Das Management ist eigentlich stets auf Tech-Aktien und Tech-Beteiligungen konzentriert. Allerdings könnte sich das Chance-Risiko-Verhältnis durch das Verkaufen von Alibaba-Aktien und zuverlässigen Umsatz-Garanten wie jüngst das ARM-Segment weiter verschieben.

Die Softbank-Aktie hat eher mit Optionshandel im Milliardenvolumen auf sich aufmerksam gemacht. Das könnte weniger Transparenz und ein unüberschaubareres Chance-Risiko-Verhältnis nach sich ziehen. Ganz ehrlich: Auch diesen Schritt werte ich nicht positiv, sondern als besorgniserregend. Foolishe Investoren sollten sehr genau beobachten, was das Investment-Team der Softbank-Aktie macht. Wobei auch hier Masayoshi Son im Fokus steht.

Diskussionen um das Management

Die ersten beiden Blickwinkel führen unterm Strich zu einer weiteren, wichtigen Perspektive: Wie wird das Management der Softbank-Aktie insgesamt agieren. Beziehungsweise: Sollten Foolishe Investoren noch Vertrauen in Masayoshi Son haben? Fest steht jedenfalls: Der Top-Funktionär und Eigner wesentlicher Anteile ist nicht unumstritten.

Möglicherweise werden Individualinteressen künftig wichtiger werden. Vielleicht will der CEO vermehrt mit risikobehafteten Papieren und einem ungewissen Ausgang zocken. Entscheidungen, die man als Foolisher Investor kritisch sehen kann. Wobei, positiv ausgedrückt, künftig maßgeblich das Privatvermögen von Masayoshi Son betroffen ist, wenn die Softbank-Aktie von der Bildfläche verschwindet.

Die Softbank macht derzeit einen merkwürdigen Wandel durch, was vom Management herrührt. Die Perspektive ist für mich jedenfalls fragwürdiger denn je.

Softbank-Aktie: Augen auf in 2021!

Ganz ehrlich: Hättest du mich zum Jahresanfang gefragt, wie ich zu der Softbank-Aktie stehe, so hätte ich dir gesagt: Die Bewertung ist preiswert. Die Ausrichtung chancenreich. Selbst wenn die Chance nicht risikolos ist, so hätte ich den Anteilsscheinen eher ein größeres Potenzial eingeräumt.

Das Börsenjahr 2020 hat mich misstrauisch gemacht, was die Pläne und Perspektive der Softbank-Aktie angeht. Deshalb sollten Foolishe Investoren besser die Augen offen halten. Oder vielleicht sogar ein wenig vorsichtig sein, was die Aussichten der japanischen Tech-Beteiligungsgesellschaft angeht.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd. und empfiehlt Softbank Group.

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