3 Dinge, die ich an ETFs nicht mag, aber akzeptiere

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Aktien

Eines zum Thema ETFs vorab: Auch wenn die heutige Schlagzeile etwas negativ wirken mag, dürfen wir eines nicht vergessen. Kostengünstige Indexfonds sind und bleiben für viele Investoren ein hervorragender Ansatz, um langfristig orientiert ein Vermögen aufzubauen. Die Vorteile wie Einfachheit, Diversifikation und eine attraktive Rendite über lange Zeiträume hinweg lassen sich kaum leugnen.

Trotzdem gibt es gewisse Dinge, die ich an einem ETF oder auch an der Gesamtheit nicht mag. Hier sind drei solche mit dem Ansatz verbundene Nebensächlichkeiten, die ich trotzdem akzeptiere. Und das aus unterschiedlichen Gründen.

ETFs: Immer nur ein Kompromiss mit Gebühren

Eine erste Sache, die ich an ETFs nicht mag, ist, dass es sich hierbei um einen Kompromiss handelt. Den breiten Markt zu kaufen mag in Summe attraktiv erscheinen. Foolishe Investoren und insbesondere Stock-Picker wissen jedoch: Man kauft auch viel, was man eher als Durchschnitt bezeichnen würde. Sowie einige schlechte Aktien neben einigen starken.

Das führt im Endeffekt in etwa zu einer marktüblichen Performance. Na ja, abzüglich der Gebühren, die in der Regel jedoch gerade bei Indexfonds eher gering ausfallen. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen: Im Endeffekt kauft man bei einem ETF und einem Indexfonds einen Mix, in den die meisten aktiven Stock-Picker nicht investieren würden, und bezahlt noch dafür.

Allerdings gibt der Erfolg den kostengünstigen Passivfonds im Endeffekt recht. Mit einer historischen Rendite im höheren einstelligen Prozentbereich ist dieser Ansatz durchaus attraktiv und kann den Vermögensaufbau positiv beeinflussen. Deshalb kann man diesen Kompromiss gegen wirklich geringe Gebühren durchaus akzeptieren.

Mit ETFs kaum den Markt schlagen

Es gibt zwar gewisse ETFs, die mit sonderbaren Konstrukten ihren Vergleichsmarkt schlagen können. Bei einem physischen Konstrukt in Reinkultur sollten wir in der Regel jedoch von einem folgenden Szenario ausgehen: Man schlägt ihn in der Regel nicht. Eine marktübliche Performance abzüglich der Gebühren heißt im Endeffekt eine unterdurchschnittliche Performance.

Das ist etwas, das ich an ETF ebenfalls nicht mag. Eine marktübliche Performance in einer Spanne zwischen 7 und 9 % pro Jahr mag zwar attraktiv erscheinen. Grundsätzlich gibt es jedoch auch bessere marktschlagende Aktien.

Man kann sich als Investor trotzdem auch auf diesen Kompromiss einlassen, ich tue das in Teilen sogar. Im Endeffekt möchte ich für meine finanziellen Ziele jedoch eine höhere Rendite erreichen. Das ist jedenfalls mein Anspruch. Trotzdem verstehe ich es, wenn andere sagen: Eine durchschnittliche marktübliche Performance ist das, was mir genügt.

Nicht passiv: Das Leben eines Stock-Pickers

Zu guter Letzt mag ich an ETFs eigentlich ihre Passivität nicht. Ganz ehrlich: Ich mag das bisschen Nervenkitzel, wenn man als Stock-Picker Research betreiben kann und auf spannende kleine, dynamische Aktien stößt, die langfristig orientiert eine Menge Potenzial besitzen. Kostengünstige Indexfonds sind das genaue Gegenteil. Mit wenig Aufwand und Wissen verbunden. Wobei das für einige natürlich der Vorteil ist, den sie suchen.

Entsprechend akzeptiere ich jeden, der in ETFs investiert, um sich einfach eine marktübliche Rendite zu sichern. Tatsächlich tue ich das in einem vergleichsweise kleinen Stil auch, um mir selbst einen Benchmark aufzubauen. Trotzdem mag ich es eigentlich lieber, aktiv auf die Suche nach spannenden Investitionsmöglichkeiten zu gehen und unternehmensorientiert starke Aktien zu identifizieren.

Der Artikel 3 Dinge, die ich an ETFs nicht mag, aber akzeptiere ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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