3 deutsche Tech-Aktien für die nächsten 20 Jahre

Marlon Bonazzi, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

In Deutschland hat man oft das Gefühl, die richtig spannenden Technologieunternehmen gibt es nur im Silicon Valley. Dort mögen zwar die Giganten zuhause sein, aber das heißt nicht, dass es in Deutschland nicht auch spannende Tech-Aktien gibt, die noch dazu weniger Beachtung bekommen als die großen Namen aus dem NASDAQ.

Das haben wir nicht zuletzt dem kontroversen, aber durchaus erfolgreichen Unternehmer Oliver Samwer zu verdanken. Der hat gleich nach seinem Abschluss an der WHU Vallendar ein Tech-Unternehmen nach dem anderen aus dem Boden gestampft. Silicon Vallendar anstatt Silicon Valley.

Da nicht nur sein eigenes Unternehmen Rocket Internet (WKN:A12UKK) in den nächsten zwanzig Jahren stetig nach neuen Wachstumsmöglichkeiten suchen wird, sondern auch die Rocket-Gründungen Zalando (WKN:ZAL111) und Delivery Hero (WKN:A2E4K4) noch lange wachsen können, sind diese Aktien meiner Ansicht nach ein gutes Trio, um über die nächsten zwanzig Jahre den Markt zu schlagen.

Rocket Internet: Abschlag dank Skepsis

Die Berliner Startup-Schmiede ist noch immer meilenweit von ihrem IPO-Preis entfernt. Ein bisschen kann man die Skepsis verstehen, schließlich lief nicht alles so glatt wie anfangs erwartet und neue, sehr vielversprechende Beteiligungen waren in letzter Zeit eher rar.

Das heißt aber, dass man die Aktie derzeit mit einem deutlichen Abschlag bekommt. Die Nettofinanzmittel sind riesig, sein Gespür für gute Unternehmen hat Oliver Samwer schon über viele Jahre bewiesen und sowohl die IPO von Delivery Hero als auch Verkäufe wie der von Lazada zeigen, dass Rocket Internet mit seinen Beteiligungen gigantische Renditen erwirtschaftet. Über zwanzig Jahre dürften also noch einige Volltreffer unter den Beteiligungen sein und diese könnten Rocket Internet und seinen Aktionären ein Vermögen bescheren.

Zalando: Mitten im Megatrend

Zalando ist selbst ein schöner Beweis, dass mithilfe der Samwers hervorragende Unternehmen auf die Beine gestellt werden. Der Online-Modehändler ist in seiner Spitzenposition absolut zementiert, und das nicht nur in Deutschland, sondern zunehmend auch in Europa. Niemand kann mit der Auswahl, Kundenfreundlichkeit und Lieferkonditionen mithalten. Auch Amazon kann das nicht einfach kopieren.

Das heißt, dass Zalando in der Zukunft mit großer Sicherheit die wichtigste europäische Plattform für Kleidung im Internet sein wird. Dort können dann technische Neuerungen wie virtuelle Anproben oder Schuhe aus dem 3D-Drucker eingeführt werden, womit man seine Position zusätzlich zementiert, und das alles in einem Markt, der noch lange nicht gesättigt ist.

Delivery Hero: The Winner Takes It All Away

Was die Samwers schon immer intuitiv verstanden haben, ist, dass in einem Markt oft nur für ein großes Unternehmen Platz ist, das dann immens von dieser Führungsposition profitiert. Deutschland braucht nicht fünf Zalandos. Deswegen wirken die Marketing-Methoden von Rocket-Beteiligungen oft so überdimensioniert und die Investitionen anfangs so extrem hoch, aber nur so kann man sich den ersten Platz sichern.

Mit der Essenslieferplattform Delivery Hero beweist man aber wieder einmal, wie intelligent diese Strategie ist. In vielen Ländern ist Delivery Hero die führende Plattform, weniger erfolgreiche Länderpräsenzen wurden dagegen oftmals schon abgestoßen. Das heißt von nun an kann das seit kurzem börsennotierte Unternehmen sich als Marktführer in vielen Regionen über Jahrzehnte auf seinen Wachstumsmarkt Essenslieferung sowie Qualität und Kundenfreundlichkeit konzentrieren. Ein vielversprechendes Rezept.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Rocket Internet. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

Motley Fool Deutschland 2017