3 Aktien, von denen ich 2022 definitiv die Finger lassen werde

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2 Frauen heben ablehnend ihre Hände
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Die Kunst beim Investieren liegt nicht nur darin, die richtigen Aktien auszuwählen. Nein, es geht genauso auch darum, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann man eine Aktie besser links liegen lassen sollte.

Wer sich beispielsweise von der Wirecard-Aktie fernhielt, verpasste zwar über ein Jahrzehnt lang schöne Kursgewinne, aber verlor wenigstens kein Geld. Kursgewinne gab es auch reichlich an anderer Stelle zu holen.

Hier kommen drei Aktien, die ich im neuen Jahr definitiv nicht kaufen werde.

1. Die Rivian-Aktie

Rivian (WKN: A3C47B) ist ein aufstrebendes Elektroauto-Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen spektakulären Börsengang hingelegt hatte. Das Unternehmen hat erst einige Hundert Fahrzeuge produziert, hat aber große Ziele: Noch vor dem Ende dieser Dekade soll die Jahresproduktion die Millionengrenze übersteigen. So weit, so gut – aggressive Ziele haben noch keiner Aktie geschadet.

Mein Problem mit der Rivian-Aktie liegt in der Bewertung begründet. Denn der Weg zum millionenschweren Produktionsvolumen ist sehr weit und extrem anspruchsvoll. Dennoch wird die Rivian-Aktie schon heute mit rund 90 Mrd. US-Dollar (einem Dreizehntel von Tesla, das 2030 ganze 20 Mio. Fahrzeuge herstellen will; Stand: 4. Januar 2022) bewertet.

Zu diesem Preis ist die Rivian-Aktie für mich kein Deal. Der Aktienkurs müsste um die Hälfte einbrechen, damit das Papier für mich überhaupt ansatzweise infrage käme.

2. Die Uber-Aktie

Ein weiteres Unternehmen, das ich 2022 nicht einmal mit der Kneifzange anfassen werde, ist Uber (WKN: A2PHHG). Der Fahrtenvermittler ist chronisch unprofitabel – und es fehlt mir gänzlich die Fantasie, wie die Uber-Aktie den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen will.

Seit 2018 kann das Unternehmen keine Verbesserungen bei der Bruttomarge erzielen – sie schmilzt sogar weg. Viele Unternehmen profitieren bei Umsatzwachstum von Skaleneffekten. Aber Ubers Geschäftsmodell lässt das nicht zu. Sind die Fahrten etwas teurer, springen die Kunden ab. Und wenn Uber noch weniger an seine Fahrer ausschüttet, sinkt das Angebot. Keine guten Voraussetzungen für die Uber-Aktie.

Das existierende Umsatzwachstum ist derweil teuer erkauft. In den ersten neun Monaten 2021 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben für Vertrieb und Marketing des Jahres 2020 lagen bei 3,6 Mrd. US-Dollar.

3. Die Ballard Power-Aktie

Investoren des Wasserstoff-Brennstoffzellenanbieters Ballard Power Systems (WKN: A0RENB) mussten 2021 starke Kursverluste aushalten. Auch bezüglich der Zukunft der Ballard Power-Aktie bin ich eher negativ eingestellt.

Denn schon seit vier Jahren warten Anleger nun vergeblich darauf, dass ihr Unternehmen wieder zurück in die Wachstumsspur findet und den 2017 erzielten Rekordumsatz von gut 121 Mio. US-Dollar übertrifft. Während Ballard Power so vor sich hin dümpelt, erzielen andere Wasserstoffunternehmen wesentlich bessere Wachstumsraten.

Wer in einem wachsenden Gesamtmarkt so schlecht abschneidet, macht irgendetwas falsch. Was genau das ist, kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Aber was ich tun kann und werde, ist, einen Bogen um die Ballard Power-Aktie zu machen.

Der Artikel 3 Aktien, von denen ich 2022 definitiv die Finger lassen werde ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Uber Technologies.

Motley Fool Deutschland 2022

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