3 Aktien, die aus 10.000 US-Dollar 1 Million US-Dollar machten

Motley Fool Investmentanalyst

Biotech-Händler bekommen viel Aufmerksamkeit, aber vielversprechende junge Arzneimittelhersteller zu kaufen und langfristig zu halten, ist ein weitaus einfacherer Weg, um reich zu werden. Ein gutes Beispiel: Wenn du 1998 10.000 US-Dollar gleichmäßig auf die Aktien von Biogen (WKN:789617), Celgene Corporation (WKN:881244) und Gilead Sciences (WKN:885823) verteilt hättest, hätten sie dich bereits zum Millionär gemacht.

Diese drei Unternehmen sind so groß geworden, dass ein weiterer Anstieg um das Hundertfache unwahrscheinlich ist, aber sie generieren immer noch riesige Mengen an Bargeld, das sie den Aktionären zurückgeben. Können sie aber auch genug Umsatz generieren, um marktbeherrschende Gewinne zu erzielen?

Biogen Inc: Führend im Bereich der Multiplen Sklerose

Die Biotech-Investoren haben den Löwenanteil der enormen Gewinne der letzten 20 Jahre mehreren beliebten Multiple-Sklerose-Behandlungen (MS) zu verdanken. Wie Biogen zuletzt meldete, betragen die Umsätze von MS-Produkten pro Jahr umwerfende 8,1 Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2017 hat Biogen das Segment, das sich mit seltenen Blutungsstörungen beschäftigt, in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert, das Sanofi (WKN:920657) Anfang des Jahres für satte 11,6 Milliarden US-Dollar in bar erworben hat. Biogen hat auch ein Medikament für seltene Krankheiten, das Anfang 2017 auf den Markt kam. Spinraza konnte seit seiner Zulassung durch die FDA jährlich 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz erreichen.

Das Unternehmen erwirtschaftete in den letzten 12 Monaten einen atemberaubenden freien Cashflow von 4,7 Milliarden US-Dollar, den das Management in die Entwicklung der Blockbuster von morgen investieren oder an die Aktionäre zurückgeben kann. Biogen zahlt keine Dividende, hat aber genug eigene Aktien zurückgekauft, um die Anzahl der ausstehenden Aktien in nur fünf Jahren um rund 11 % zu senken.

Die Aktionäre dürften in den kommenden Quartalen mit mehr Rückkäufen rechnen können. Die Steuerreform veranlasste Biogen, im ersten Quartal weitere 3,5 Mrd. US-Dollar zu repatriieren. Bisher konnte das Unternehmen den Aktionären jede Menge Geld zurückgeben. Wenn die MS-Umsätze einbrechen sollten, dann wird die Sache aber schwierig für das Unternehmen, falls einer der Kandidaten nicht zugelassen werden sollte.

Aducanumab könnte hier der erfolgversprechendste Kandidat sein. Leider haben mehrere Medikamente, die auf die gleiche Weise wirken, keinen statistischen Nachweis erbracht, dass sie eine Verschlechterung der Krankheit verhindern können. Wenn Biogens Kandidat tatsächlich zum Scheitern verurteilt ist, dann sind es auch die Chancen der Aktie, hohe Gewinne zu erzielen.

Celgene

Celgene verdankt einen Großteil seines historischen Anstiegs Revlimid, einem Medikament, das eine seltene Form von Blutkrebs namens Multiples Myelom behandelt. Seit der ersten Zulassung im Jahr 2005 ist der Umsatz des Medikaments in die Höhe geschnellt und könnte in diesem Jahr 9 Milliarden US-Dollar erreichen.

Celgene war in den letzten 12 Monaten etwas profitabler als Biogen und erwirtschaftete einen freien Cashflow von rund 5,0 Milliarden US-Dollar. Die stabilen Gewinne von Revlimid haben es dem Unternehmen ermöglicht, die Anzahl der ausstehenden Aktien in den letzten fünf Jahren um rund 8,5 % zu reduzieren. Das Unternehmen nutzte auch einen Teil der Gewinne, die Revlimid abwirft, um Juno Therapeutics für 9,0 Milliarden US-Dollar Anfang des Jahres zu erwerben und Partnerschaften mit aufstrebenden Arzneimittelherstellern zu schmieden.

Die Aktionäre von Celgene sollten besser hoffen, dass diese Investitionen bald gute Nachrichten liefern. Revlimid, das im ersten Quartal 63 % des Gesamtumsatzes ausmachte, wird ab 2023 mit der Konkurrenz durch Generika konfrontiert sein. Fehler bei der Ausführung könnten es erschweren, weiterhin so gut Kasse zu machen.

Gilead Sciences

Während wir uns in Zukunft um die Bestseller von Biogen und Celgene Sorgen machen müssen, ist der wichtigste Franchise dieses Biotech-Unternehmens bereits abgestürzt. Der Jahresumsatz der Hepatitis-C-(HCV)-Behandlungen von Gilead Sciences erreichte im Jahr 2015 einen Höchststand von 19,1 Milliarden US-Dollar.

Heftige Konkurrenz ließ den Umsatz auf nur noch jährlich 4,2 Milliarden US-Dollar sinken. Trotz sinkender HCV-Umsätze hat Gilead in den letzten 12 Monaten einen beeindruckenden freien Cashflow von 11,3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Der Verkauf des mit Spannung erwarteten neuen HIV-Medikaments Biktarvy hat gerade erst begonnen. Gilead ist seit langem führend in diesem Bereich, daher werden die nächsten Quartale etwas beunruhigend sein, da die neue Behandlung die Verkäufe älterer Medikamente kannibalisiert. Insgesamt könnte Biktarvy jedoch dazu beitragen, dass Gileads Umsätze nicht mehr schrumpfen und innerhalb weniger Quartale wieder wachsen.

Ein Favorit für die Zukunft?

Der niedrige Kurs der Celgene-Aktie ist verlockend, aber die Chancen, später Erträge zu sehen, stehen bei Gilead Sciences besser. Es ist das einzige dieser Biotechs, das eine Dividende zahlt und eine schöne Rendite von 3,5 % bietet. Das ist schon mal sicheres Einkommen, selbst wenn Biktarvy zum Rohrkrepierer werden sollte.

Die Dividende ist nicht der einzige Grund, warum Gilead am wahrscheinlichsten für zukünftige Gewinne sorgen wird. Im Gegensatz zu Celgene und Biogen ist Gileads Worst-Case-Szenario bereits eingetreten. Trotz des Debakels schloss das Unternehmen den März mit einer großartigen Bargeldbilanz von 32,1 Milliarden US-Dollar ab. Das Unternehmen wird vielleicht nicht mehr so sehr steigen wie in der Vergangenheit, aber Gilead sollte den Aktionären in den kommenden Jahren viel weniger Sorgen bereiten als die anderen großen Biotech-Kollegen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Biogen, Celgene, and Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Short May 2018 $85 Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 09.05.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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