28 Soldaten in Türkei wegen Putschversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt

In der Türkei sind 28 Soldaten wegen des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Verurteilten wurden der "Verletzung der Verfassung" schuldig befunden, nachdem sie in der Putschnacht versucht hatten, den Istanbuler Sabiha-Gökcen-Flughafen zu besetzen, wie die Nachrichtenagentur Dogan am Mittwoch berichtete.

In der Nacht des 15. Juli 2016 hatte eine Gruppe Militärs versucht, Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Bei Kämpfen und Zusammenstößen auf den Straßen waren 249 Menschen getötet worden, doch scheiterte der Umsturzversuch am Widerstand loyaler Truppen und der Bürger, die sich zu zehntausenden den Putschisten auf den Straßen entgegenstellten.

Seit dem Putschversuch sind mehr als 50.000 Menschen inhaftiert worden. Erst am Mittwoch stellte die Justiz Haftbefehle gegen 333 weitere Soldaten aus. Derzeit läuft landesweit eine ganze Reihe von Prozessen gegen mutmaßliche Putschisten. In einigen Verfahren wurden bereits die Urteile gesprochen, doch warten die meisten Beschuldigten noch auf eine Anklage.

Die Regierung macht die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Der in den USA lebende Geistliche, der lange mit Erdogan verbündet war, bestreitet jede Verwicklung.