27. Jahrestag von Srebrenica: Niederlande verneigen sich vor den Opfern

Am 27. Jahrestag des Völkermordes von Srebrenica sind die sterblichen Überreste von 50 Opfern des Massakers beigesetzt worden. In einer bewegenden Zeremonie wurden die Leichen auf dem Gedenkfriedhof Potocari, sechs Kilometer entfernt von Srebrenica, bestattet, der bereits für 6670 andere Opfer die letzte Ruhestätte ist. Insgesamt wurden 8000 bosnisch-muslimische Jungen und Männer ermordet.

Nura Mesanovic beerdigte an diesem Montag ihren Mann und einen Bruder: "Wir haben die unvollständigen Leichen vor fünf Jahren gefunden, wir haben darauf gewartet, mehr zu finden, aber das ist nicht passiert. Also haben wir beschlossen, das zu begraben, was wir haben. Ich habe noch einen Bruder, der nie gefunden wurde, und ich habe noch einen weiteren Bruder, den wir zuvor begraben haben."

An der Gedenkfeier in Srebrenica beteiligten sich Tausende Menschen, unter ihnen Politikerinnen und Politiker sowie kirchliche Würdenträger.

Brückensprung als Bindeglied zu Srebrenica

In der Stadt Mostar wurden als Zeichen der Anteilnahme Blumen von der "Alten Brücke"in die Neretva geworfen. Ein Mitglied des Tauchclubs sprang einer Tradition folgend in den Fluss. Ein Passant erklärte das Ritual: "Es ist sehr traurig, aber wir begehen den Tag jedes Jahr mit diesem Sprung ohne Applaus. Und ich hoffe, dass es nie vergessen wird, wir dürfen es nicht vergessen."

Die Niederlande, damals in Srebrenica mit einer Blauhelm-Einheit vor Ort, baten am 27. Jahrestag des Massakers erstmals bei den Angehörigen der Opfer um Entschuldigung.

Damals überrannten serbische Einheiten unter Führung von General Ratko Mladic Srebrenica. Die nur leicht bewaffneten Blauhelme leisteten keinen Widerstand.

Bislang hatte die niederländische Regierung lediglich politische Fehler in Zusammenhang mit dem Völkermord eingeräumt, aber nie um Entschuldigung gebeten.

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