26 im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge in Süditalien beerdigt

Die Särge der 26 im Mittelmeer ertrunkenen jungen Frauen

In Süditalien sind am Freitag 26 junge Frauen beigesetzt worden, die auf der Flucht über das Mittelmeer vor der Küste Libyens ertrunken sind. Fast alle der mutmaßlich aus Nigeria stammenden Frauen wurden anonym beerdigt. Nur zwei der Frauen - zwei Nigerianerinnen im Alter von 20 Jahren - konnten identifiziert werden. Weil eine von ihnen Christin, die andere Muslimin war, wurde die Beisetzung in Salerno von einem Bischof und einem Imam begleitet.

Am 5. November hatte ein spanisches Militärschiff die geborgenen Leichen und mehr als 400 Überlebende in die italienische Hafenstadt Salerno gebracht. Die Leichen von über 60 weiteren Ertrunkenen konnten nicht gefunden werden. Alle Opfer des Unglücks waren zwischen 13 und 20 Jahren alt, darunter befanden sich zwei Schwangere.

In Salerno verordnete der Bürgermeister einen Trauertag, am dem Schulen eine Schweigeminute abhielten und die Lichter der wichtigsten Gebäude der Stadt für eine halbe Stunde abgeschaltet wurden.

Das spanische Militärschiff, das die Flüchtlinge barg, war Teil der europäischen Mission "Sophia". Schwerpunkt der Mission ist bislang die Bekämpfung von Schleppern in den Gewässern zwischen Libyen und Italien. Die eingesetzten Schiffe beteiligen sich aber auch an der Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge. Seit Anfang des Jahres sind fast 3000 Menschen im Mittelmeer ertrunken.