25 Jahre Rostock-Lichtenhagen: Ausschreitungen waren ein Scheidepunkt der Integration

Rostock arbeitet die Ereignisse in Form einer Gedenkwoche auf.

Es war kein runder Jahrestag, bloß der 23., aber es war eben auch ein 24. August, als Lichtenhagen wieder einen langen Schatten in die Gegenwart warf – und als sich zeigte, dass jene einschneidenden Nächte von Rostock bis heute widerhallen, im Guten wie im Schlechten.

Es war wieder ein warmer Sommertag, als am 24. August 2015, auf dem Höhepunkt dessen, was als „Flüchtlingskrise“ den aktuellen Wahlkampf mitbestimmt, Vizekanzler Sigmar Gabriel eigens ins sächsische Heidenau bei Dresden reiste – um den örtlichen Politikern und Flüchtlingshelfern den Rücken zu stärken. Auch dort hatte wieder ein ausländerfeindlicher Mob mehrere Nächte nacheinander vor einer provisorischen Asylunterkunft gewütet, Steine und Brandsätze geworfen, die Polizei angegriffen. Das war das finstere Echo von Rostock-Lichtenhagen, wo vor nunmehr 25 Jahren Ähnliches geschehen war – und von wo 1992 inzwischen schon ikonografische Flammen- und Hitlergrußbilder um die ganze Welt gingen.

Anwohner applaudierten Neonazis

Doch es gab in der aktuellen Krise eben auch ein Echo von 1992, das zeigte, dass Deutschland auch aus Lichtenhagen gelernt hatte: Das begann mit dem Besuch des Vizekanzlers und wenig später der Kanzlerin in Heidenau. Gabriel sprach davon, dass er auch mit Anwohnern gesprochen habe, die sich sorgten und dass man auch ihnen helfen müsse. Dass man aber jedem, der „hier Parolen brüllt, Brandsätze schmeißt, Steine schmeißt, im Internet dazu auffordert, Leute umzubringen“, sagen müsse: „Euch wollen wir hier nicht“, so Gabriel. „Das ist Pack, was sich hier herumgetrieben hat.“

Das Schimpfwort richtete sich klar gegen die Gewalttäter – offensichtlich nicht zuletzt als Lehre daraus, dass es in den 90er Jahren ein so beherztes Auftreten der Politik gefehlt hatte.

Die Ausschreitungen von Rostock...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung