25-jähriger Helfer stirbt nach Attacke bei CSD in Münster

Ein 25-Jähriger, der am vergangenen Wochenende am Rande einer Veranstaltung zum Christopher Street Day (CSD) in Münster bei einem brutalen Angriff schwer verletzt wurde, ist gestorben. Er sei am Freitagmorgen seinen Verletzungen erlegen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mit. Der Mann war nach bisherigem Stand der Ermittlungen von einem bislang unbekannten Täter angegriffen und zu Boden geschlagen worden.

Der Unbekannte hatte während der CSD-Demonstration am vergangenen Samstag nach Angaben der Polizei mehrere Teilnehmende massiv homophob beleidigt und bedroht. Als der 25-Jährige einschritt, um zu schlichten, schlug er diesem mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Der Helfer verlor das Bewusstsein und stürzte rückwärts mit dem Hinterkopf auf den Boden. Er wurde mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Am Montag setzte die Polizei eine Ermittlungskommission ein. Weitere Hinweise zum Täter gingen den Angaben zufolge ein, führten aber bislang noch nicht zum Erfolg. Zeugen beschrieben den Tatverdächtigen demnach als 1,70 bis 1,80 Meter großen 18 bis 20 Jahre alten Heranwachsenden mit schmächtiger Statur und einem Bart. Nach der Attacke entfernte er sich mit einem etwa gleichaltrigen Begleiter.

Demonstrationen zum Christopher Street Day sind ein zentrales Ereignis im Jahreskalender der weltweiten LGBTQ-Bewegung. Sie erinnert damit an Ereignisse vom Ende der 60er Jahre in den USA. Am 28. Juni 1969 stürmte die Polizei die Schwulenbar "Stonewall Inn" in der New Yorker Christopher Street. Es folgten tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften. Der Aufstand gilt als Geburtsstunde der LGBTQ-Bewegung.

awe/cfm